Wirtschaft

Energie Karlsruher Konzern sieht Versorgung gesichert

EnBW erwartet trotz Krise einen Ergebnissprung

Karlsruhe.Der Energiekonzern EnBW rechnet trotz der aktuellen Corona-Krise in diesem Jahr mit einem Gewinnsprung. Vorstandschef Frank Mastiaux erwartet ein operatives Ergebnis zwischen 2,75 und 2,9 Milliarden Euro. Das wäre eine Steigerung um fast 20 Prozent gegenüber 2019. Schon im letzten Geschäftsjahr war das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 12,7 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro gestiegen. „Unsere Mitarbeiter machen unter den erschwerten Bedingungen einen tollen Job. Die EnBW steht stabil da“, sagte Mastiaux am Donnerstag.

„Begrenztes Risiko“

Während andere Branchen angesichts der Corona-Pandemie vor dem wirtschaftlichen Abgrund stehen, fürchtet der Karlsruher Konzern keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft. Es bestehe „aber ein begrenztes Risiko“, schränkte Finanzchef Thomas Kusterer ein. Aktuell würden Stromverbrauch und Marktpreis zwar sinken. Die Erzeugung des Jahres 2020 sei jedoch bereits komplett verkauft.

Zum am Vortag angekündigten Verkauf der EnBW-Anteile am Mannheimer Energieversorger MVV wollte Kusterer keine Einzelheiten nennen. Es gebe eine „grundsätzliche Einigung“ mit einem Käufer. Eine Bestätigung, dass es sich dabei um den australischen Vermögensverwalter First State Investments handelt, ließ er sich nicht entlocken.

Mastiaux erneuerte seine Kritik am schleppenden Ausbau der erneuerbaren Energien. Im laufenden Jahr werde nicht einmal die Hälfte der Kapazität aufgebaut, die für das Erreichen der Ausbauziele nötig wäre. Die Planung neuer Windräder dauere viel zu lang. Er warb für einen Neustart: „Die Krise zeigt, wie schnell Menschen in der Lage sind, sich umzustellen, wenn ihnen die Notwendigkeit gut erklärt wird.“

Der Ergebnisbeitrag der erneuerbaren Energieanlagen ist 2019 um 62 Prozent auf 483 Millionen Euro gestiegen. Allerdings steuert der Geschäftsbereich Netze mit 1,3 Milliarden Euro nach wie vor mehr als die Hälfte zum EnBW-Ertrag bei. Der Konzernüberschuss sprang um knapp 80 Prozent auf 787 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um zehn Prozent gesunken ist. Die Mitarbeiterzahl stieg um sieben Prozent auf 23300 Mitarbeiter.

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