Wirtschaft

Haushalt Regionale Versorger sehen überwiegend von Preiserhöhungen im Herbst ab / Weinheimer Stadtwerke verlangen ab Oktober mehr Geld

Entwarnung für Gaskunden in der Region

Archivartikel

Mannheim/Rhein-Neckar.Die Sonne strahlt vom Himmel, die Temperaturen sind noch bis in die Abendstunden hoch. An das Heizen dürfte in diesen Tagen noch niemand denken. Doch wenn es im Herbst wieder kühler wird, die Sonne seltener zu sehen ist, werden Zimmer auch wieder mit Gasheizungen auf die richtige Temperatur gebracht. Laut dem Online-Vergleichsportal Verivox erhöhen viele Versorger dann die Preise für Gas. Auch in der Region? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Wie stark werden Gaspreise laut Verivox erhöht?

Verivox zufolge steigen im Herbst die Gaspreise bundesweit bei 34 örtlichen Versorger. Demnach wird das Heizen im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 8,4 Prozent teurer. Dem Portal zufolge bezahlten Kunden im Oktober 2018 für einen Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden durchschnittlich 1120 Euro. Im August dieses Jahres waren es etwa 100 Euro mehr.

Worauf führt Verivox die Erhöhungen zurück?

Laut Verivox begründen Versorger die Erhöhungen mit gestiegenen Beschaffungskosten für Versorger. „Tatsächlich lagen die Kosten im vergangenen Jahr etwa 30 Prozent über denen des Vorjahrs“, sagt ein Verivox-Sprecher. Aber: „Der Preis ist seit Januar 2019 wieder um etwa ein Drittel gesunken.“ Verivox rechnet deshalb damit, dass die „Gaspreise für Verbraucher langfristig wieder sinken“.

Welche regionalen Versorger erhöhen die Kosten?

Kunden der Stadtwerke Weinheim müssen sich im Grundversorgungstarif ab 1. Oktober auf einen Anstieg von 3,24 Prozent, im Sondervertrag „Woinemer Gas“ auf 3,99 Prozent einstellen, teilte ein Sprecher mit. Ebenfalls teurer wird laut Verivox Gas der Mainova AG in Hessen (plus 10,8 Prozent) oder von Entega Energie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen (plus 9,7).

Wie entwickeln sich die übrigen Tarife in der Region?

Zumindest nicht verbraucherunfreundlich. So plane die Mannheimer MVV im Herbst keine Preiserhöhung. „Wir entscheiden immer zum Jahreswechsel über Anpassungen der Gaspreise auf Grundlage der Entwicklungen im Bereich der Beschaffungskosten sowie der Steuern, Abgaben und Umlagen“, sagte ein Sprecher. Auch die Technischen Werke Ludwigshafen und die Stadtwerke Hockenheim wollen in naher Zukunft von erhöhten Preisen absehen, wie Sprecher jeweils mitteilten. Laut Verivox seien von den Stadtwerken Heidelberg ebenfalls keine Änderungen bekannt. Und auch Kunden des Versorgers EnBW müssen mit keiner Preiserhöhung rechnen. Die Preise seien erst zum 1. Januar 2019 angepasst worden, sagt ein Sprecher.

Warum gibt es in der Region nur wenige Preiserhöhungen?

Laut Verivox könne man über einzelne Entwicklungen nur spekulieren. Dass eine „umsichtige und vorausschauende Einkaufspolitik“, wie sie die Stadtwerke Hockenheim anführen, ein Grund für ein stabiles Preisniveau seien, bestätigt Verivox. Dennoch sei zu beachten, dass Erhöhungen nicht immer zu einem zentralen Termin auftreten. So hatten laut Verivox die Stadtwerke Heidelberg bereits zum 1. Januar 2019 die Preise um sieben Prozent erhöht.

Wie entwickelt sich die generelle Situation auf dem Markt?

Verivox beobachtet einen steigenden Wettbewerb von Versorgern. Konnten Verbraucher vor fünf Jahren noch aus unter 100 Anbietern pro Postleitzahl wählen, sind es inzwischen in Baden-Württemberg 122, in Rheinland-Pfalz 108 und in Hessen 113 Anbieter. „Davon profitieren in erster Linie Verbraucher“, sagt der Verivox-Sprecher. Das Portal rät, möglichst kurze Vertragslaufzeiten abzuschließen, um flexibel zu sein. „Außerdem schützen Preisgarantien vor Erhöhungen und sollten über die Dauer des Vertrags abgeschlossen werden.“

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