Wirtschaft

Türkei Staatspräsident erklärt offen einen Wirtschaftskrieg

Erdogan greift USA an

Istanbul.Inmitten einer massiven Währungskrise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Nato-Partner USA erneut heftig angegriffen. „Ihr versucht, 81 Millionen Türken für einen Pastor zu opfern“, sagte er gestern, ohne die USA direkt zu erwähnen, in der Stadt Trabzon. „Aber wir haben euren Plot durchschaut und wir fordern euch heraus.“ Was die USA mit Provokation nicht erreicht hätten, versuchten sie nun mit Geldpolitik zu erreichen, sagte Erdogan. Es sei „ganz klar ein Wirtschaftskrieg“.

Die beiden Länder streiten über den US-Pastor Andrew Brunson, der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgesetzt ist. Von heute an werden deshalb die US-Zölle auf Stahl aus der Türkei verdoppelt. Die türkische Landeswährung Lira brach unter anderem daraufhin ein.

„Wieder sehen wir uns einer politischen und heimtückischen Verschwörung gegenüber, aber so Gott will, werden wir auch diese überwinden“, sagte Erdogan. Eine Intervention des Internationalen Währungsfonds (IWF), den viele Beobachter anregen, lehnte er ab. dpa