Wirtschaft

Automobil Branche meldete vergangenes Jahr deutlich mehr Patente auf Benzin- und Dieselmotoren als auf Batterietechnik an

Erfinder lassen Elektroantrieb links liegen

Berlin.Trotz der Dieselkrise und der Debatte um schlechte Luft in den Innenstädten scheint die Autoindustrie weiter auf den klassischen Verbrennungsmotor zu setzen. So wurden im vergangenen Jahr mit Abstand die meisten Patente für Benzin- und Dieselmotoren angemeldet. Im Vergleich dazu behandelten die Entwickler den Elektroantrieb eher stiefmütterlich. Das belegen neue Daten des Deutschen Patent- und Markenamtes, die dieser Redaktion vorliegen. Demnach erhöhte sich letztes Jahr die Zahl der Anmeldungen hiesiger Hersteller in Sachen Verbrennungsmotor um rund 15 Prozent auf 2108. Hinzu kamen noch einmal 2136 Patentanmeldungen aus den USA, Japan, Korea, aus Frankreich und China.

„Betriebs- und kostenoptimiert“

Demgegenüber meldeten deutsche Unternehmen lediglich 170 Erfindungen zum Elektromotor an (plus 22 Prozent). Dem Patentamt zufolge konzentrierten sich die Hersteller darauf, „betriebs- und kostenoptimierte Verbrennungsmotoren herzustellen“. Ein Großteil der Anmeldungen habe sich mit der Abgasnachbehandlung beschäftigt, um Stickoxide aus den Abgasen von Dieselmotoren zu entfernen.

Bei den Patenten zum Elektroantrieb ging es vor allem darum, die Elektromotoren günstiger, raumsparender und einfacher zu gestalten und so den Fahrkomfort zu erhöhen. Der Vize-Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, kritisierte die Konzerne. „Die Autohersteller krallen sich an den Verbrennungsmotor und trauen sich nicht, umfassend umzusteuern“, betonte Krischer. Gefragt seien stattdessen Forschungsschwerpunkte bei den neuen Antriebsarten, „um hier von Anfang an vorne dabei zu sein“.

Ein anderer Trend könnte erklären, warum die Branche nach wie vor auf neue Entwicklungen beim Verbrennungsmotor setzt – der Kunde will es indirekt so. In den ersten drei Monaten des Jahres sind nach Angaben des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer bereits 251 000 SUV-Modelle neu zugelassen worden. Bis zum Jahresende werde zwar nicht ganz die eine Million bei den Verkäufen erreicht, „aber 2019 ist das dann der Fall“, so Dudenhöffer. „Wer kein SUV im Angebot hat, ist nicht im Automarkt“, sagte Dudenhöffer.

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