Wirtschaft

Hotels Verdachtsfälle gehen nach Verbandsangaben zurück

Erfolge im Kampf gegen Sterne-Schummeleien

Archivartikel

Berlin/Bad Homburg.Nicht alle Hotelsterne halten, was sie versprechen. Der Branchenverband Dehoga geht nach eigenen Angaben mittlerweile erfolgreich gegen Schummeleien bei der Klassifizierung vor. „Die Zahl der Verdachtsfälle ist inzwischen deutlich gesunken“, sagte Markus Luthe, Geschäftsführer Dehoga Deutsche Hotelklassifizierung, der Deutschen Presse-Agentur.

Rechtsstreit mit Google

Seit 2016 untersucht eine spezielle Software bis zu 25 000 Homepages deutscher Hotels regelmäßig auf unberechtigte Werbung mit Sternen. Bei einer Überprüfung im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge auf 3,1 Prozent der Hotelseiten im Internet irreführende Angaben entdeckt. 2017 waren es 3,9 Prozent und im Jahr zuvor 5,5 Prozent gewesen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 745 Verdachtsfälle (2017: 981 Fälle). Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) vergibt Sterne nach einem umfangreichen Kriterienkatalog. Die Klassifizierung gilt jeweils für drei Jahre und soll Reisenden bei der Auswahl ihrer Unterkunft Orientierung bieten. Derzeit sind etwa 8300 Betriebe ausgezeichnet. „Verbraucher haben sich an diese Kategorisierung gewöhnt. Die Sterne strahlen eine gewisse Seriosität aus“, erläuterte Tourismusexperte Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Andere Bewertungen, die nicht auf der Zertifizierung durch den Dehoga beruhen, sollten sich daher optisch deutlich unterscheiden.“ Das gelte auch für Online-Plattformen.

Sorgen bereitet unter anderem Google. „Dort, wo jeder als Erstes hinschaut, darf kein Sternechaos herrschen“, sagte Luthe. „Leider sind unsere diesbezüglichen Gespräche mit Google letztlich ergebnislos geblieben.“ Luthe begrüßt daher eine Klage der Wettbewerbszentrale gegen den US-Giganten vor dem Landgericht Berlin. Es sei richtig und wichtig, dass die Wettbewerbszentrale tätig werde und Klarheit fordere.

Hintergrund ist eine Hotelkategorisierung mit Sternen auf der Google-Plattform My Business. Die Wettbewerbszentrale argumentiert, es würden Verbraucher und Konkurrenten in die Irre geführt. Google äußerte sich dazu zunächst nicht auf Anfrage.