Wirtschaft

BMW Vorstandschef Harald Krüger verabschiedet sich mit durchwachsener Quartalsbilanz / Hohe Investitionen schmälern Gewinn

„Erst einmal ein bisschen Urlaub“

Archivartikel

München.Der scheidende BMW-Chef Harald Krüger hat am Donnerstag eine durchwachsene Quartalsbilanz vorgelegt. Die Münchner Autobauer verkauften zwar mehr Autos, aber der Gewinn vor Steuern fiel um 28 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro. Hauptgrund waren höhere Investitionen in Zukunftstechnologien.

Für Krüger war es der letzte öffentliche Auftritt – in zwei Wochen übernimmt der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse die Führung des Konzerns. Zipse muss die Folgen des bevorstehenden Brexits für BMW, Mini und Rolls-Royce managen, Produktion und Verkauf von Elektroautos hochfahren und zugleich in den nächsten Jahren zwölf Milliarden Euro einsparen. Er dürfte aber auch die Früchte von Krügers Modelloffensive ernten.

Leichtes Absatzplus angekündigt

Im Gegensatz zu Mercedes und Audi legte BMW bei den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr zu und ist dabei, wieder die Nummer eins zu werden. „Im Monat Juni lag BMW vor Mercedes“, sagte Krüger. Innerhalb von zwei Jahren seien alle SUV-Modelle erneuert oder ganz neu eingeführt worden. Für das Gesamtjahr kündigte er ein leichtes Absatzplus an.

Von seiner Arbeit bleiben werde die Übernahme der Mehrheit am chinesischen Werk Shenyang und die Modelloffensive, sagte Krüger, der vier Jahre an der Spitze stand. Mit Kooperationen sei BMW heute effektiver und schneller unterwegs. Viele seiner Entscheidungen wirkten sich erst in den nächsten Jahren aus. BMW sei „robust, innovationsstark und gut aufgestellt.“ Auf die Frage nach seinen persönlichen Plänen sagte der 53-Jährige: „Ich werde im August erst einmal ein bisschen Urlaub machen.“

Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um knapp drei Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Trotzdem blieben unter dem Strich 29 Prozent weniger Gewinn nach Steuern: Er fiel auf 1,48 Milliarden Euro. Die Ursache brachte Finanzvorstand Nicolas Peter so auf den Punkt: „Wir investieren heute konsequent in unsere Zukunft.“

Die Kosten für Forschung und Entwicklung legten im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Die Investitionen in die Werke stiegen um 39 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. BMW rüstet die Bänder für den parallelen Bau von Verbrenner-, Elektro- und Hybridautos um. dpa

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