Wirtschaft

Konjunktur Ausfuhrwirtschaft behauptet starke Stellung auf dem Weltmarkt / Plus von vier Prozent im ersten Halbjahr

EU-Nachfrage stützt deutschen Export

Wiesbaden.Getragen von der Nachfrage in Europa bleiben Deutschlands Exporteure trotz internationaler Handelskonflikte auf Erfolgskurs. Im ersten Halbjahr gingen Waren „Made in Germany“ im Wert von 662,8 Milliarden Euro in alle Welt. Das waren 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. „Der deutsche Außenhandel hat ein starkes erstes Halbjahr 2018 hingelegt“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Holger Bingmann. Andere Konjunkturdaten enttäuschten dagegen.

Trotz der guten Zahlen zeigte sich Bingmann besorgt: „Allerdings wird uns das eruptive und eskalative Handeln von US-Präsident Trump wohl noch öfter die Sprache verschlagen – mit unkalkulierbaren Folgen für die Weltwirtschaft.“ Kritisch äußerte sich der BGA-Präsident zu den gestern wieder in Kraft getretenen US-Sanktionen gegen den Iran. Als Folge sei ein Rückgang in den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran zu befürchten. Donald Trump hatte andere Staaten davor gewarnt, mit der Islamischen Republik Handel zu treiben.

Besonders deutlich stiegen im ersten Halbjahr die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union (plus 5,4 Prozent). Europa ist der wichtigste Absatzmarkt für „Made in Germany“. „Die gute Weltkonjunktur und auch die Nachfrage in der EU stützen die deutschen Ausfuhren“, erläuterte der Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Kevin Heidenreich.

„Streit droht zu eskalieren“

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang warnte: „Die Exportzahlen dürfen nicht über die bestehenden Risiken im globalen Handel hinwegtäuschen. Der Zollstreit zwischen den USA und China, unter dem auch deutsche Unternehmen leiden, droht zu eskalieren.“ Jetzt komme es umso mehr darauf an, die Welthandelsorganisation WTO zu stärken.

Die ersten deutschen Konzerne bekommen die Verwerfungen zu spüren. So hatte der Autobauer Daimler seine Gewinnprognose gesenkt, weil China in dem Konflikt mit Washington Zusatzzölle auf in den USA gebaute Autos erhebt. Im Geschäft mit den USA zeigten sich Bremsspuren des Handelskonflikts zwischen Washington und der EU. Die Ausfuhren auf den wichtigsten Einzelmarkt für deutsche Waren stiegen trotz eines starken Juni-Wertes im ersten Halbjahr nur um 0,8 Prozent – die Exporte nach China wuchsen um 10,3 Prozent. dpa