Wirtschaft

Finanzen Mitgliedstaaten uneins über Kontrollmaßnahmen

EU plant stärkere Krypto-Regulierung

Archivartikel

Brüssel.In der Finanzkrise versprach die EU, künftig jedes Produkt an jedem Handelsplatz und jeden Marktteilnehmer zu kontrollieren. Doch bei virtuellen Währungen tut sich die Union schwer. Auch die EU-Finanzminister beließen es gestern bei einem Meinungsaustausch – obwohl es dringenden Handlungsbedarf gäbe.

Die EU-Mitgliedstaaten sind sich noch nicht einig, wie sie die sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin und andere einschätzen sollen. „Solche Guthaben in virtuellen Währungen könnten zu bedeutenden Veränderungen in der Finanzwelt werden“, hieß es in einem Papier der österreichischen Ratspräsidentschaft. Es sei „notwendig“, die EU-Finanzmarktregulierung „zu überprüfen und zu stärken, um dieses neue Phänomen angemessen zu berücksichtigen“. Denn im Unterschied zu konventionellem Bargeld oder anderen Finanzprodukten kommen die neuen Währungen ohne zentrale Kontrollinstanz einer Notenbank oder anderer Geldhäuser aus. Es gibt rund 4500 Kryptowährungen, von denen etwa 1000 einen täglichen Handelsumsatz von über 10 000 Dollar (rund 8600 Euro) erreichen. Mit ihnen wird im Internet bezahlt. Da die Teilnehmer direkt miteinander in Kontakt treten, fließen die Finanzströme ohne Banken dezentral über ein geheimes (kryptographisches) Zahlungssystem, das Zahler und Empfänger direkt verbindet.

Vor allem kleinere EU-Mitglieder wie Malta, Luxemburg oder Zypern sehen in den Bitcoins und anderen eine Chance für ihren Finanzplatz. Sie stehen neuen Regulierungen deshalb eher kritisch gegenüber.

Aber alle Minister waren sich auch einig, dass die Instrumente nicht nur Chancen bieten, sondern Gefahren bergen. „Wichtige Themen sind Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerflucht“, heißt es in der Tischvorlage der Österreicher.

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