Wirtschaft

Informationstechnologie Unternehmen und Behörden wollen unabhängiger von US-Konzernen sein / Bundeswirtschaftsminister Altmaier stürzt nach seiner Rede

Europäer arbeiten an eigener Daten-Plattform

Archivartikel

Dortmund.Deutsche und europäische IT-Anbieter sollen sich künftig zu einem Netzwerk zusammenschließen, bei dem Unternehmen ihre Daten sicher und selbstbestimmt speichern und verarbeiten können. Das ist Kern eines Projekts für eine europäische Daten-Infrastruktur, das Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag auf dem Digital-Gipfel in Dortmund präsentiert hat. Das Netzwerk soll eine Alternative zu Diensten amerikanischer Internetkonzerne sein. Das Cloud-Netzwerk Gaia-X soll unter anderem europäischen Firmen auch den Weg zu digitalen Geschäftsmodellen ebnen. Es soll etwa auch dabei helfen, mit Hilfe von Datenanalyse Krankheiten wie Krebs zu bekämpfen. Diverse praktische Fragen wie Kosten, Finanzierung oder Bedarf an Software-Entwicklern blieben bei dem europäischen Konzept jedoch zunächst noch offen.

Kurz nach Vorstellung seiner Pläne war Altmaier beim Gang von der Bühne schwer gestürzt. Er kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Die Diagnose: Nasenbeinbruch, Platzwunde am Kopf, Prellungen und Schürfwunden. Wie lange Altmaier in der Klinik bleiben muss, soll am Mittwoch feststehen.

„Die Wertschöpfung verschiebt sich, nicht nur innerhalb eines Marktes“, sagte Altmaier in seiner Auftaktrede. Als Beispiel nannte er die Buchung einer Übernachtung für den Urlaub über das Internet. Früher habe das Reisebüro die Provision bekommen. Heute gehe ein Teil der Provision an die Plattformbetreiber, die häufig nicht in Deutschland oder Europa säßen. Diese neue Plattform-Ökonomie müssten die Europäer nun selbst in Angriff nehmen, damit die Wertschöpfung im Lande bleibe. 

Zum Thema