Wirtschaft

Commerzbank Hans-Jörg Vetter angeblich Favorit für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden

Ex-LBBW-Chef als neuer Chefaufseher?

Frankfurt.Die durch die parallelen Rücktritte von Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann schwer gebeutelte Commerzbank steht vor einer wegweisenden Woche. Während Schmittmann bereits am Montag ausscheidet, hat sich Zielke bereit erklärt, die Bank vorerst weiterzuleiten. Allerspätestens zum Jahresende geht aber auch er.

Am Montag tagt der Aufsichtsrat, um über Wege aus der Führungskrise zu beraten und vor allem darüber, wer das Gremium künftig leiten soll. Als Favorit gilt angeblich Hans-Jörg Vetter (Bild), der frühere Chef der Landesbank Berlin und der Landesbank Baden-Württemberg. Am Mittwoch präsentiert die Bank die wohl Corona-bedingt schlechten Zahlen für das zweite Quartal.

Kurz vor der wichtigen Sitzung heißt es in Finanzkreisen, der 67-jährige Vetter sei Favorit für den wichtigen Posten. Aus dem Gremium selbst will niemand den Vorsitz übernehmen. Die Commerzbank selbst kommentiert die Vorgänge nicht. Vetter gilt als erfahrener Banker, der mit schwierigen Fällen vertraut ist.

Der gebürtige Göppinger begann seine Laufbahn 1969 bei der Deutschen Bank, war zwischenzeitlich bei der WestLB und kehrte dann zur Deutschen Bank zurück. Im Dezember 2001 rückte er an die Spitze der damaligen Bankgesellschaft Berlin, die durch Scheingeschäfte und Bilanzierungstricks in schwere Probleme geraten war. Vetter erarbeitete einen Sanierungsplan mit einer Verkleinerung des Instituts und dem Abbau von Tausenden von Stellen.

Der gelernte Bankkaufmann gilt seitdem als Sanierungsexperte und saß deshalb auch zeitweise im Aufsichtsrat der durch die Finanzkrise schwer angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE). 2009 wechselte er zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die er bis 2016 leitete. Das Institut war in Folge der Finanzkrise sowie durch Übernahmen ebenfalls ins Straucheln geraten und musste von den öffentlichen Eigentümern gerettet werden. Auch hier leitete Vetter die Sanierung ein. (BILD: dpa)

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