Wirtschaft

Konjunktur Deutsche Ausfuhren erreichen erneut Höchstmarke / China-Geschäft bereitet Branche aktuell die meisten Sorgen

Export-Rekord trotz nachlassendem Schwung

Archivartikel

Wiesbaden.Die Abkühlung der Weltwirtschaft und globale Handelskonflikte haben kräftige Schrammen in der deutschen Exportbilanz 2019 hinterlassen. Zwar stieg die Warenausfuhr auf den Rekordwert von 1327,6 Milliarden Euro. Doch der Zuwachs fiel mit 0,8 Prozent wesentlich schwächer aus als in den beiden Vorjahren, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damals hatte es noch ein Plus von drei Prozent beziehungsweise 6,2 Prozent gegeben.

Zwar gab es einen Lichtblick zum Jahresende 2019: Die Ausfuhren stiegen im Dezember insgesamt um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die deutsche Wirtschaft erwartet aber vorerst keine durchgreifende Erholung.

Zufriedenheit trotz Turbulenzen

„Mit der konjunkturellen Eintrübung, dem Brexit und nun der Ausbreitung des Coronavirus haben wir weitere Herausforderungen, die es in diesem Jahr zu meistern gilt“, erläuterte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Mit der Bilanz des vergangenen Jahres zeigte er sich angesichts politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen zufrieden. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht anhaltend hohe Risiken für den Außenhandel. „Wir rechnen mit Auswirkungen auf das Wachstum in China“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang mit Blick auf die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist ein wichtiger Absatzmarkt. Im vergangenen Jahr war China nach den USA und Frankreich den vorläufigen Daten der Wiesbadener Behörde zufolge der drittgrößte Einzelmarkt für Waren „Made in Germany“. Die Exporte in das Land stiegen um 3,2 Prozent auf rund 96 Milliarden Euro.

Stärker als die Ausfuhren legten im Gesamtjahr die Importe zu. Deutschland führte Waren im Wert von 1104,1 Milliarden Euro ein, 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Überschuss der Leistungsbilanz, die unter anderem auch Dienstleistungen umfasst, stieg auf 266,2 Milliarden Euro (2018: 246,0 Milliarden.) Der hohe Wert sorgt bei Handelspartnern immer wieder für Kritik. dpa

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