Wirtschaft

Konjunktur Deutscher Außenhandel im September robust / Weitere Schlüsselbranchen zuletzt pessimistisch

Exporte liefern „kleinen Lichtblick“

Frankfurt/Wiesbaden.Die Exportnation Deutschland trotzt der Schwäche auf den Weltmärkten. Zwar mehren sich die Anzeichen einer Ausbremsung angesichts von Handelskonflikten, Brexit-Drama und einer allgemeinen Abkühlung der Konjunktur. Einen herben Absturz der Wirtschaft erwarten die meisten Volkswirte jedoch nicht.

Im September zeigten sich Deutschlands Exporteure robust: Sie verkauften in dem Monat Waren „Made in Germany“ im Wert von 114,2 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Auf Jahressicht liegen die Exporte nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um knapp ein Prozent im Plus.

Prognose: Schwarze Null

„Der Anstieg der Exporte im September ist ein kleiner Lichtblick, aber bei Weitem kein Grund für Euphorie im Außenhandel“, kommentierte der Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Kevin Heidenreich. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann, meinte: „Optimistisch stimmen uns die Signale aus den USA und China. Sollten die beiden Seiten aufeinander zugehen und Zölle sowie ihre Streitigkeiten zurückfahren, wäre das ein richtiger Hoffnungsschimmer.“ Die Prognose für das Gesamtjahr hat der BGA bereits nach unten geschraubt: „Wir müssen das laufende Jahr wohl abschreiben und uns mit einer schwarzen Null im Export zufriedengeben“, erklärte Bingmann im Oktober. Maximal rechne er mit 0,5 Prozent Wachstum im Außenhandel.

Schlechte Nachrichten gab es von den Schlüsselbranchen: Die Auftragsflaute im Maschinenbau hielt an. Die Chemieindustrie stellt sich nach einem schwachen dritten Quartal auf Umsatzrückgang und Produktionsminus im Gesamtjahr ein. Die Elektroindustrie hat nicht mehr so volle Auftragsbücher.

Die „Wirtschaftsweisen“ schrieben im Herbstgutachten, der Staat müsse Betriebe steuerlich entlasten, mehr Geld in Bildung und Forschung stecken, den Ausbau des Internets vorantreiben und sich notfalls höher verschulden. „Ordentliche Zuwächse beim Konsum und bei Bauinvestitionen bilden ein Gegengewicht zur geplatzten Globalisierungsblase“, stellt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer fest. dpa

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