Wirtschaft

Internet Steigende Nutzerzahlen trotz negativer Schlagzeilen / 2,32 Milliarden Menschen sind weltweit im sozialen Netzwerk aktiv / Start des Dienstes heute vor 15 Jahren

Facebook scheint immun gegen Skandale

Archivartikel

Menlo Park.Das größte Geschenk zum 15. Geburtstag haben Facebook die Nutzer gemacht: Sie kehrten dem Online-Netzwerk trotz immer neuer unangenehmer Enthüllungen und Negativ-Schlagzeilen nicht den Rücken. So konnte Facebook wenige Tage vor dem heutigen Jahrestag verkünden, dass die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Mitglieder im vergangenen Quartal um rund 50 Millionen auf 2,32 Milliarden angewachsen ist.

Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn zuletzt hagelte es nur so abschreckende Nachrichten. So musste die Plattform im Oktober eingestehen, dass unbekannte Hacker sich Zugang zu ortsbezogenen Daten von rund 14 Millionen Nutzern verschafft haben könnten. Facebook löschte erneut von Russland aus gesteuerte Accounts, die die US-Kongresswahlen beeinflussen wollten. Von britischen Parlamentsabgeordneten veröffentlichte interne E-Mails zeichneten ein wenig schmeichelhaftes Bild der Facebook-Führung. Und das ist nur eine Auswahl.

Trotzdem: Selbst in Europa gab es einen Sprung von 375 auf 381 Millionen Nutzer. Die vielen Anhänger – und ihre Daten – sichern auch die Werbeerlöse. Der Quartalsumsatz sprang um 30 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar hoch. „Die meisten Werbekunden von Facebook kennen keinen anderen Ort, an dem ihre Investitionen so effizient sind“, sagte Analyst Rich Greenfield von der Finanzfirma BTIG dem Finanzdienst Bloomberg. Facebook weiß so viel über seine Mitglieder, dass es Werbekunden zielgenau die richtigen Adressaten auftischen kann. Das ist ein blendendes Geschäft: Bei Facebook blieben zuletzt 6,9 Milliarden Dollar Gewinn hängen.

Das Netzwerk hat sich in den vergangenen 15 Jahren als anpassungsfähig erwiesen. Instagram und WhatsApp wurden gekauft, bevor sie gefährlich werden konnten. Dennoch gibt sich das Netzwerk nach den jüngsten Nackenschlägen demütiger als früher. Zum 10. Jahrestag sprach Gründer Mark Zuckerberg noch davon, die restlichen zwei Drittel der Erdbevölkerung ins Internet zu bringen. Inzwischen geht es ihm darum, „Facebook zu reparieren“.