Wirtschaft

Lebensmittel Einzelne Hersteller führen neue Nährwertkennzeichnung für Fertigprodukte ein / Lob von Verbraucherschützern

Farben sollen beim Einkaufen helfen

Archivartikel

Berlin.Noch steht auf der Packung Rahmspinat eine lange Liste an Zutaten. Die kleinen Buchstaben geben Aufschluss über den Gehalt an Fett oder Zucker. Doch ob das veredelte Gemüse nun gesund ist oder zu viele ungesunde Beigaben enthält, erschließt sich nur gut informierten Kunden. Das soll sich ändern. Erste Unternehmen wollen freiwillig eine leicht erkennbare Nährwertkennzeichnung einführen. Auf einer Farbskala von Grün bis Rot wird das Feld hervorgehoben, das dem Gesamtgehalt des Produktes entspricht. Der Hersteller Danone hat diesen „Nutri-Score“ für seine Molkereiprodukte angekündigt.

Gesunde und ungesunde Zutaten

Tiefkühlproduzent Iglo will Fischstäbchen oder Spinat mit der Farbpalette versehen. „Durch den Schritt liefern wir den Verbrauchern eine Transparenz, die immer mehr nachgefragt wird“, sagt die Chefin von Iglo Deutschland, Antje Schubert. Mit der umstrittenen Lebensmittelampel hat der in Frankreich entwickelte „Nutri-Score“ nichts mehr zu tun. Die Ampel mit den Farben rot, gelb und grün zeigt nur an, ob zum Beispiel eine Pizza zu viel Fett oder Salz enthält. Viel Gemüse oder Obst als gesunde Zutaten werden hingegen dabei nicht berücksichtigt.

Der „Nutri-Score“ erfasst und bewertet stattdessen positive wie negative Zutaten. Daraus wird ein Gesamtwert errechnet, der in einer Farbreihe von A (grün) bis E (rot) auf der Verpackung hervorgehoben wird. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ist von „Nutri-Score“ überzeugt. „Verbraucher wollen sich zwischen verschiedenen Fertigpizzen oder Frühstückscerealien entscheiden“, betont Verbandschef Klaus Müller. Die Darstellung in einem Gesamtwert sei ein großer Fortschritt.

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