Wirtschaft

Corona Krise belastet Galeria Karstadt Kaufhof stark / Fast die Hälfte der Filialen betroffen / Insider rechnen mit Abbau von 5000 Stellen

Fast 80 Häuser sollen geschlossen werden

Archivartikel

Berlin/Essen.Bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung von bis zu 80 der gut 170 Filialen. Das geht aus einem ersten Sanierungskonzept hervor, dass dem Gesamtbetriebsrat und anderen Gremien vorgelegt wurde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Unternehmensumfeld erfuhr. Die Zahl der bedrohten Filialen könne sich allerdings noch reduzieren, wenn die Vermieter und andere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit seien. Nach Informationen der „Wirtschaftwoche“ rechnen Insider mit dem Abbau von insgesamt rund 5000 Vollzeitstellen bei dem Unternehmen. Ein Sprecher des Warenhauskonzerns betonte, man wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Noch kurz vor Weihnachten hatte die Gewerkschaft mit dem Konzern einen Sanierungstarifvertrag abgeschlossen, der etwa eine Standort- und Beschäftigungssicherung enthielt. Seitdem Galeria Karstadt Kaufhof Anfang April seine Rettung in einem Corona-Schutzschirmverfahren suchte, ist der Vertrag jedoch Makulatur. Der Handelsriese hatte allerdings bereits zu Wochenbeginn die Mitarbeiter auf Standortschließungen und einen weiteren Stellenabbau im Zuge des Anfang April eingeleiteten Schutzschirmverfahrens vorbereitet. Angaben zur Zahl der bedrohten Filialen oder der gefährdeten Arbeitsplätze machte das Unternehmen damals nicht.

Sieben Standorte in der Region

Galeria Karstadt Kaufhof kämpfte schon vor der Corona-Krise mit roten Zahlen. Umso härter trafen die Warenhauskette die Auswirkungen der Pandemie. Der Konzern habe während der Zeit der Komplettschließungen mehr als eine halbe Milliarde Euro an Umsatz verloren, berichtete die Konzernführung in ihrem Mitarbeiterbrief. Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung werde sich der Umsatzverlust wahrscheinlich sogar noch auf bis zu eine Milliarde Euro erhöhen.

In der Rhein-Neckar-Region gibt es noch sieben Filialen der Warenhaus-Kette – in Mannheim, Heidelberg, Speyer, Worms und Viernheim. Ob die Region von den Schließungen betroffen sein wird, und in welchem Umfang, ist bisher noch unklar.

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