Wirtschaft

Jobabbau Verdi Rhein-Neckar kritisiert Commerzbank-Pläne

„Filialen schon jetzt am Limit“

Archivartikel

Mannheim.Verdi Rhein-Neckar lehnt entschieden ab, dass die Commerzbank Filialen schließen und Arbeitsplätze abbauen will. „Natürlich hat die Bank das Recht, Kosten zu prüfen. Aber die Filialen sind schon jetzt am Limit. Dort dürfen nicht noch mehr Jobs gestrichen werden“, sagt Gewerkschaftssekretärin Katja Bronner dieser Zeitung. Schon in vergangener Zeit seien „schleichend“ Stellen verschwunden.

Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank stemmt sich die Commerzbank mit einem radikalen Konzernumbau gegen die Niedrigzinsen und den scharfen Wettbewerb. Vorstandschef Martin Zielke hatte in der vergangenen Woche angekündigt, 2300 weitere Stellen zu streichen und rund 200 der bundesweit 1000 Filialen zu schließen. Welche Zweigstellen dichtmachen, steht noch nicht fest. In der Region Rhein-Neckar hat die Commerzbank 30 Filialen. Allein die Niederlassung Mannheim beschäftigt rund 350 Mitarbeiter.

Langwierige Beratungen

Bronner berichtet von einer besorgten Belegschaft. „Mitarbeiter haben sich bei mir gemeldet, es herrscht Verunsicherung.“ Sie rechnet mit direkten Auswirkungen des Sparkurses, da die Region stark von Filialen geprägt ist.

Wann es zu ersten Entscheidungen kommt, ist offen. „Die Details müssen nun ausgearbeitet und gemeinsam mit den Arbeitnehmergremien beraten werden“, teilt eine Sprecherin der Commerzbank mit. Diese Beratungen würden sicher „einige Zeit“ dauern.

Die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen bis zum Jahr 2023 beziffert die Commerzbank auf rund 850 Millionen Euro. Um diese zu stemmen, will das angeschlagene Institut die Mehrheitsbeteiligung an seiner polnischen Tochter mBank verkaufen.

Zum Thema