Wirtschaft

Ausbildung II Zunahme von Arbeitsverträgen bei Kammern

Flüchtlinge stärker vertreten

Archivartikel

Mannheim.Die Anzahl an Flüchtlingen, die in der Rhein-Neckar-Region eine Ausbildung beginnen, lag 2017 bei 150 Personen. Für das aktuelle Ausbildungsjahr rechnet die Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar mit einer ähnlich hohen Zahl an Ausbildungsverträgen. Viele Flüchtlinge seien nun sprachlich so weit, dass eine Ausbildung infrage kommen würde, heißt es auf Anfrage. Zwar würden die meisten eine Ausbildung in Hotellerie, Gastronomie, Logistik und Einzelhandel beginnen. Dennoch seien auch Bankkaufleute, Mechaniker oder Berufe der Informatikbranche möglich. „Auch die Zahl der Abbrüche von Ausbildungen ist bei Geflüchteten nicht höher als bei deutschen Azubis“, erklärte eine IHK-Sprecherin.

Trend auch im Handwerk

Die Handwerkskammer Baden-Württemberg (HWK) verzeichnete für das Jahr 2017 ein Plus von 1815 Azubis aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Somalia oder Gambia. Im Vorjahr waren es mit 716 etwa halb so viele. Die HWK teilte auf Anfrage mit, dass in die Statistik lediglich die Herkunft und nicht der Aufenthaltsstatus einfließen würde, dennoch sei die Entwicklung ein „Indiz dafür, dass das Thema Flüchtlinge in Ausbildung 2017 an Fahrt aufgenommen“ habe. Die Mannheimer Handwerkskammer bezeichnete ihre Betriebe als „sehr offen für Menschen mit einem Flüchtlingshintergrund“.

Auch auf Bundesebene gibt es ein Plus bei der Anzahl an Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Zahlen des Statistischen Bundesamtes nennen für das Jahr 2017 ein Plus von 7000 neuen Azubis bei den Männern und 380 mehr bei den Frauen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt haben etwa 10 000 Männer und 820 Frauen im vergangenen Jahr eine Ausbildung begonnen.(obit/dpa)