Wirtschaft

Rhein-Neckar Air Betrieb bis Mitte April eingestellt / City Airport Mannheim rechnet mit Einbußen

Fluglinie erwägt Kurzarbeit

Archivartikel

Mannheim.Die Rhein-Neckar Air (RNA) hat ihren Flugbetrieb wegen des Coronavirus bis zum 19. April eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher auf Anfrage dieser Redaktion. Die Linienfluggesellschaft hatte auf ihrer Webseite über die Ausfälle informiert. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, uns um die Fluggäste zu kümmern, deren Abflug unmittelbar bevorsteht“, heißt es dort.

Passagiere werden kontaktiert

Deutschland hatte zuvor alle Inseln in der Nord- und Ostsee für Touristen abgeriegelt. Darunter auch Sylt. Die RNA fliegt vom Mannheimer City Airport aus nach Berlin, Hamburg und Sylt. Betroffene Fluggäste würden von der Gesellschaft kontaktiert.

Die RNA beschäftigt in Mannheim 45 Menschen. „Unsere Mitarbeiter müssen nun leider damit rechnen, dass wir Kurzarbeit anstreben“, sagte Geschäftsführer Dirk Eggert. Vor allem jene, die aktiv am Flugbetrieb beteiligt sind, müssten ihre Arbeitszeit herunterfahren – also Piloten, Flugbegleiter und Mitarbeiter am Check in. „Sie müssten aber einsatzbereit sein für den Fall, dass sich die Lage wieder ändert.“

Die Beschäftigten des Ticket-Shops sollen zunächst wie bisher weiterarbeiten. Im Jahr setzt die RNA rund zehn Millionen Euro um. Mit welchen Einbußen das Unternehmen rechnen muss, konnte Eggert nicht sagen.

Der Ausfall des Linienflugverkehrs ist auch für den Mannheimer City Airport eine einschneidende Maßnahme. Geschäftsführer Reinhard Becker zufolge setzt der Flugplatz im Jahr rund vier Millionen Euro um. Wie hoch die möglichen Einbußen sind, konnte Becker nicht abschätzen. „Wenn sich das über sechs Wochen hinwegzieht, können es ein paar Hunderttausend Euro sein.“

Beim City Airport sind laut Becker rund 30 Mitarbeiter angestellt. Der Flugausfall betrifft aber nicht nur sie. „Rechnet man alle anderen Arbeitgeber dazu – etwa die Gastronomie, Polizei und Feuerwehr, Zulieferer und Werftbetriebe –, dann sind hier zwischen 400 und 500 Menschen beschäftigt.“ Die Stimmung sei angespannt, sagt er.

Auch bei den Beschäftigen der Rhein-Neckar Air ist die Stimmung ernst. „Natürlich sind wir nicht happy“, sagt Geschäftsführer Eggert. „Aber jeder von uns sieht, was in der Welt passiert, insbesondere im Flugverkehr.“ Eggert verweist auf die Lufthansa, die ebenfalls etliche Flüge streicht. „Es macht Hoffnung, dass wir nicht allein sind. Es ist ein Problem, das momentan alle haben und für das wir nicht selbst verantwortlich sind.“

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