Wirtschaft

Verkehr Deutschlandchef der Zugsparte geht sofort

Fohrer verlässt Bombardier

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Der Deutschlandchef des Zugbauers Bombardier Transportation (BT), Michael Fohrer, wird das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Ausschlaggebend seien persönliche Gründe gewesen sowie Karrieremöglichkeiten außerhalb des Unternehmens, teilte Bombardier am Mittwoch mit. Nachfolger wird demnach Marco Michel, der den Posten des kommissarischen Präsidenten der Region Mittel-, Osteuropa und Israel übernimmt.

Fohrer war seit 2008 bei BT tätig und wurde 2016 Vorsitzender der deutschen Geschäftsführung. Michel war bislang für das operative Geschäft der Region verantwortlich sowie für die Region Europa, Naher Osten, Afrika und Indien. Er arbeitet seit 2017 fürs Unternehmen und war zuvor viele Jahre bei Siemens tätig.

Der Chefwechsel kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Vor gut einem Monat war bekanntgeworden, dass das Management auf eine weitere Sparrunde für die deutschen Standorte drängt. Nach Gewerkschaftsangaben sollen Mitarbeiter auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Entgelterhöhungen verzichten. Sie sollen zudem länger arbeiten ohne finanziellen Ausgleich. Nach Informationen der Zeitung „Handelsblatt“ aus Unternehmenskreisen sind 1000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Großer Standort in Mannheim

BT mit Sitz in Berlin ist die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns, der auch Flugzeuge baut. Weltweit arbeiten in der Sparte rund 36 000 Beschäftigte, gut 6100 Stammbeschäftigte und 1000 Leiharbeiter sind es nach Gewerkschaftsangaben in Deutschland. Die größten deutschen Standorte liegen in Görlitz und Bautzen (beide Sachsen) sowie Hennigsdorf bei Berlin. Das Unternehmen unterhält in Mannheim einen großen Forschungs- und Entwicklungsstandort mit etwa 1000 Mitarbeitern. Im Februar hatte der französische Konkurrent und TGV-Hersteller Alstom angekündigt, BT zu übernehmen. Das rund sechs Milliarden Euro schwere Geschäft soll im ersten Halbjahr 2021 unter Dach und Fach sein.

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