Wirtschaft

Fraport Betreiber zählt am Rhein-Main-Airport im September fast 83 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr / Auslandsbeteiligungen stehen etwas besser da

Frankfurter Flughafen steckt im Tief fest

Archivartikel

Frankfurt.Nur an einigen Airports des Konzerns in Urlaubsgebieten registriert der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport leicht steigende Passagierzahlen – am größten deutschen Flughafen freilich hält die Tristesse an. Im September zählte Fraport am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen nur rund 1,1 Millionen Passagiere, fast 83 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Damit war der Rückgang wieder stärker als im August, als das Minus bei 78 Prozent lag.

Zwar sieht es für die ersten neun Monate mit einem Minus von „nur“ gut 70 Prozent auf 16,15 Millionen Passagiere etwas besser aus. Das ist allerdings dem noch weitgehend normalen Flugverkehr bis etwa Mitte März geschuldet. Fraport machen die nach wie vor nahezu weltweit geltenden Reisebeschränkungen als Folge der Corona-Pandemie schwer zu schaffen.

Dazu gesellen sich jetzt die stark steigenden Infektionszahlen auch in klassischen europäischen Reiseländern. Damit gibt es auch wenige Flugreisen in den Herbstferien. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte unlängst betont, dass sich bei Deutschlands größter Airline die Herbstferien in den Buchungszahlen praktisch nicht niederschlagen.

Langstrecke kaum gebucht

Im Frachtverkehr sieht es erheblich besser aus, allerdings fehlen hier die Frachtmengen, die normalerweise als Beiladung in den Passagiermaschinen transportiert werden. Im September sank das Cargo-Aufkommen in Frankfurt um fünf Prozent, in den ersten neun Monaten um fast 13 Prozent.

Extrem schlecht ist Lage nach wie vor auf den Langstrecken. Der Einbruch der Passagierzahlen lag im September bei 90 Prozent, im Jahr bislang bei knapp 72 Prozent. Der traditionell starke Passagierstrom Richtung Nordamerika brach im September um 91 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein, Richtung Asien waren es sogar mehr als 91 Prozent. Nach Australien registrierte Fraport praktisch keinen Fluggast.

Gebremst wurde das Minus lediglich durch die internationalen Flughäfen, die Fraport betreibt oder an denen der Konzern maßgeblich beteiligt ist. Dort zeigte sich eine leichte Belebung durch den Urlaubsverkehr. Das gilt etwa für die 14 Fraport-Flughäfen in Griechenland, wo das Minus im September bei „nur“ 60 Prozent lag. Für den türkischen Flughafen in Antalya meldet das Unternehmen einen Rückgang um gut 53 Prozent auf 2,25 Millionen. Vergleichsweise erfreulich ist für Fraport die Entwicklung im chinesischen Xi’an. Dort hätten sich die Passagierzahlen weiter erholt – auf ein Minus von nur noch 9,5 Prozent im September.

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