Wirtschaft

Automesse Gaststättenverband erwartet „immense Umsatzeinbußen“ / Berlin, Hamburg und München noch im Rennen / Kritik an Oberbürgermeister Feldmann wächst

Frankfurter Hoteliers nach IAA-Aus geschockt

Archivartikel

Frankfurt.Harter Schlag für Hotels, Gaststätten und die Frankfurter Messe: Mit dem Aus für die IAA am Main verliert die Stadt Frankfurt eines ihrer wichtigsten Aushängeschilder. „Diese Entscheidung ist ein schwarzer Tag in der Messe-Historie Frankfurts“, erklärte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) am Donnerstag. Die Dienstleistungsbranche werde das Ende der IAA am Main mit „immensen Umsatzeinbußen“ bezahlen müssen. Die Internationale Automobil-Ausstellung fand seit 1951 in Frankfurt statt und ist neben der Buchmesse die prominenteste Branchenschau am Main. Am Mittwochabend hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in der ersten Runde gegen Frankfurt entschieden.

Den Ball ins Rollen brachte der Misserfolg der Automesse 2019. Nur 560 000 Menschen kamen damals zur IAA – 2017 waren es noch 810 000 gewesen. Zudem wurde Kritik laut, die Branche setze zu stark auf spritfressende schwere Stadtgeländewagen (SUV). Umweltschützer nutzten die IAA als Plattform, um die Industrie anzugreifen. Tausende protestierten für kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und den Ausbau von Radwegen. Im Rhein-Main-Gebiet hingen Tausende Arbeitsplätze an der IAA, von Messebauern bis zu Hoteliers und Taxifahrern, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Nils Kößler. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) habe als Aufsichtsratschef der Messe monatelang nichts unternommen, sagte er. Auch die Frankfurter Messe trifft der Verlust der IAA hart, wenngleich sie den Umsatz der Schau nicht beziffern wollte. Nun müsse man sich nach Alternativen umsehen, sagte Geschäftsführer Uwe Behm.

Wo die IAA stattfindet, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Im Rennen sind noch Berlin, Hamburg und München. 

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