Wirtschaft

ZEW-Studie Große Geschlechter-Unterschiede bei Aktiengeschäften – ohne Folgen für die Rendite

Frauen scheuen das Risiko

Frankfurt.Frauen gehen weniger Risiken ein, wenn es um das Geldanlegen geht, und setzen seltener auf Aktien als Männer. Aber wenn sie an der Börse aktiv sind, dann nicht weniger erfolgreich als das männliche Geschlecht. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Frauen als Anleger – Sparen Frauen anders als Männer?“, die die ING DiBa und das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gestern in Frankfurt vorstellten.

Die Experten kommen zu dem Schluss, dass drei Viertel aller Frauen nicht bereit sind, bei der Geldanlage Risiken einzugehen – bei den Männern sind es 63 Prozent. Nur ein Prozent der Frauen bekennen sich dazu, auch mal zu zocken, um am Kapitalmarkt mehr verdienen zu können. Ein Viertel der Frauen nimmt durchschnittliche Risiken hin, weiß aber, dass dann auch der Ertrag meist nur durchschnittlich ausfällt. Für die Studie wurden Daten der Bundesbank sowie der ING Diba ausgewertet.

Generell zeigt sich, so ZEW-Forscher Martin Weber, dass Frauen aufgrund dieser Prämissen am Kapitalmarkt weniger aktiv sind als Männer. „Wenn Frauen in Wertpapiere investieren, dann mit einem Anteil von 74 Prozent am liebsten in Fonds“, sagt Weber, der einen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der Universität Mannheim innehat und in der Forschung mit dem ZEW kooperiert.

„Zurückhaltend bei Techniktiteln“

45 Prozent der Frauen kaufen demnach auch Aktien, 20 Prozent festverzinsliche Wertpapiere. Interessant: Wenn es um Aktien geht, bevorzugen beide Geschlechter die Papiere von BASF, Allianz und Daimler. Aktien von Apple, Amazon oder Facebook stehen dagegen bei Männern deutlich höher im Kurs. „Bei Techniktiteln sind Frauen eindeutig zurückhaltender“, sagt Martin Schmidberger, Generalbevollmächtigter der ING Diba.

Aus der geringeren Risikobereitschaft, der größeren Zurückhaltung bei Aktien sowie kleineren Depots, lässt sich nicht schließen, dass Frauen als Anleger schlechter oder besser abschneiden. Im guten Börsenjahr 2017 habe die risikoreichere Anlagestrategie der Männer höhere Erträge gebracht, so Schmidberger. Im laufenden Jahr mit seinen größeren Schwankungen machten Frauen geringere Verluste: „Es gibt somit nicht die bessere oder schlechtere Strategie von Männern und Frauen, wenn es um die Börse geht.“