Wirtschaft

Sonntagsverkauf Bäcker in der Region begrüßen BGH-Urteil

„Froh, dass endlich Ruhe einkehrt“

Archivartikel

Rhein-Neckar.Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden: Bäckereicafés dürfen in Zukunft unbelegte Brötchen und Brot auch an Sonn- und Feiertagen ganztägig verkaufen. Für die Bäckereien in Mannheim und der Region ändert das Urteil zunächst – nichts. „Die Grimminger-Filialen mit Café haben das sonntags von etwa 7 bis 17 Uhr ohnehin schon getan“, erklärt Geschäftsführer Michael Ruppert. Die klassischen Filialen ohne Café-Betrieb würden dagegen etwa von 8 bis 12 Uhr Backwaren verkaufen. Mehr Zeit zum Backen – wie es in Hessen nun gefordert wird – benötige der Familienbetrieb ebenfalls nicht. „Sonntags bieten wir nur einen Teil unseres Sortiments an. Die Produktionszeiten reichen für uns vollkommen aus.“

Auch bei K&U und Görtz bleibt alles beim Alten: Während die Görtz-Filiale in den Quadraten N 7 bis 12 Uhr geöffnet hat, schließt die Bäckerei in der Mundenheimer Straße in Ludwigshafen erst um 17 Uhr. „Die Öffnungszeiten werden sich nach dem BGH-Urteil nicht ändern“, sagt der Unternehmenssprecher Manuel Zapf. „Wir sind nur froh, dass endlich Ruhe in diesen Rechtsstreit einkehrt.“

Wochenende mit Familie

Der BGH hatte in der vergangenen Woche geurteilt, dass Bäckereien, in denen der Thekenverkauf mit einem Café kombiniert ist, als Gaststätten gelten und ihre Waren sonntags über die vorgeschriebenen Öffnungszeiten hinaus verkaufen können. Auch bei unbelegten Brötchen handelt es sich um „zubereitete Speisen zum alsbaldigen Verzehr“, entschieden die Richter in Karlsruhe. „Ich gönne meinen Mitarbeitern auch ein Wochenende mit der Familie“, erklärt Markus Sigle, Geschäftsführer der Theo Theurer GmbH. Die Zeiten bleiben gleich – ansonsten würden sich Kunden auf mehr Öffnungsstunden verlagern und so die Personalkosten unnötig beeinflussen, findet er. Ein Sprecher von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald begrüßt die Entscheidung des BGH: „Wenn Kunden erst am Nachmittag frische Brötchen wollen, sollten das die Bäcker auch verkaufen dürfen. Das steht für uns außer Frage.“

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