Wirtschaft

Finanzen Fehlverhalten in Affäre um Hinweisgeber wird teuer

Geldstrafe für Barclays-Chef

London.Der Chef der britischen Bank Barclays, Jes Staley, ist für Fehlverhalten in der sogenannten Whistleblower-Affäre zu einer Geldstrafe von umgerechnet mehr als 730 000 Euro verurteilt worden. Der Manager habe sich nicht so verhalten, wie es einem Vorstandschef im Umgang mit anonymen Tippgebern gebühre, teilte die Finanzaufsicht FCA gestern in London mit.

Einem Behördensprecher zufolge handelt es sich um die dritthöchste Geldbuße, die bislang gegen Einzelpersonen verhängt wurde. Die Strafzahlung von insgesamt 642 430 britischen Pfund entspricht in etwa einem Zehntel von Staleys Jahresgehalt. Seinen Job darf der Manager aber weiterhin ausüben. Dies hatten die Aufseher ihm bereits zu einem früheren Zeitpunkt des Verfahrens zugebilligt.

Staley hatte vor zwei Jahren einen Verfasser anonymer Beschwerdebriefe aufspüren wollen und dabei die Konzernsicherheit eingeschaltet. Der Autor der Briefe hatte Vorwürfe gegen einen frisch eingestellten Manager erhoben, die Staley als unfaire persönliche Attacke empfunden hatte. Hinweisgeber – sogenannte Whistleblower – genießen aber im angelsächsischen Raum einen besonderen Schutz . dpa (BILD: dpa)