Wirtschaft

Gemeinsam gegen Trump

Archivartikel

Europa ist eingeknickt. Ob der Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten wirklich beigelegt werden kann, steht in den Sternen. Aber Brüssel hat US-Präsident Donald Trump schon mal gegeben, was der dringend brauchte: höhere Importquoten für Soja-Bohnen und Gas.

Das war im Juli. Seitdem hat sich nichts getan – außer dass die europäischen Stahl- und Aluminium-Hersteller weiter völlig willkürliche Zölle zahlen und die Autobauer nicht wissen, ob sie demnächst ebenfalls mit einer künstlichen Verteuerung ihrer Fahrzeuge auf dem US-Markt rechnen müssen.

Nun beginnen die versprochenen Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen. Und einmal mehr stellt sich die Frage, ob die Vertreter der Europäischen Union (EU) selbstbewusst genug sind, sich nicht einfach nur zu unterwerfen, sondern auch zu fordern.

Bisher hat die Brüsseler Kommission als Verhandlungsführerin der EU-Mitgliedstaaten auf die protektionistischen Ausfälle des US-Präsidenten besonnen und konsequent reagiert. Es gibt keinen Grund, sich jetzt unterwürfig und als Bittsteller zu geben. Wenn Trump die Zölle auf Stahl und Aluminium nicht zurücknimmt sowie die Drohung weiterer Abgaben für die Autobauer einkassiert, dann darf es kein Abkommen mit ihm – oder besser: zu seinen Gunsten – geben.