Wirtschaft

Internet Einheitlicher Preis für verschreibungspflichtige Medikamente kommt / Versandverbot vom Tisch

Gesetz soll Vor-Ort-Apotheken schützen

Archivartikel

Mannheim.Die Deutschen bestellen immer häufiger im Internet – inzwischen auch Medikamente. Das aber bringt traditionelle Apotheken zunehmend in Schwierigkeiten. Die Politik greift nun mit einem Gesetz und einer Verordnung unterstützend ein. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum mischt sich die Politik ein?

„Die Apotheke vor Ort ist für die meisten Menschen ein Stück Heimat – und eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten“, argumentiert Bundesgesundheitsministerin Jens Spahn (CDU). Die will die Politik erhalten. Die Regierung hat dies auch schon in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten.

Was sieht das geplante Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort- Apotheken konkret vor?

Für gesetzlich Versicherte soll bei verschreibungspflichtigen Medikamenten künftig überall der gleiche Preis gelten – egal ob bei einer Versandapotheke oder der Apotheke vor Ort. Nötig wurde eine Gesetzesänderung aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2016. Demnach dürfen ausländische Apotheken, die Medikamente nach Deutschland versenden, ihren Kunden Rabatte gewähren. Deutsche Apotheker haben diese Möglichkeit nicht, da sie sich an die hier geltende Preisbindung halten müssen.

Gibt es weitere Unterstützung für Apotheken?

Mit einer Verordnung will die Bundesregierung Botendienste erleichtern. Diese könnten dann grundsätzlich auf Kundenwunsch möglich sein – was Vor-Ort-Apotheken ebenfalls im Kampf gegen die Konkurrenz aus dem Internet stärken dürfte.

Wie sagen die Apotheker?

Die Apothekerverbände begrüßen die Reform grundsätzlich, zeigen sich aber enttäuscht, dass der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – untersagt wird. Wichtig ist den Apothekern, dass es keine weiteren Verzögerungen gibt und die Neuregelungen wie geplant Anfang 2020 in Kraft treten.

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