Wirtschaft

Glückwünsche aus Mannheim

Archivartikel

Ernst-Ludwig von Thadden, ehemaliger Rektor der Universität Mannheim, hat Anfang der 1990er Jahre als junger Assistenzprofessor in Stanford (USA) viel mit dem heutigen Nobelpreisträger Paul Milgrom zu tun gehabt. „Milgrom ist ein hervorragender Lehrer, der Spaß daran hat, sein Wissen weiterzugeben“, erklärt er. Im Frühjahr 2010 war Milgrom auf Einladung von Thaddens zu Gast in Mannheim und hat einen Vortrag an der Universität gehalten. Thema: Auktionstheorie und elektronische Märkte.

Milgrom und von Thadden haben sich seit vielen Jahren nicht gesehen. Die Glückwünsche aber sind schon unterwegs. „Ich werde ihm einen Brief schicken und zum Nobelpreis gratulieren. Handschriftlich auf Papier, ganz altmodisch.“

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat die beiden frisch gekürten Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Milgrom und Robert Wilson gelobt. Die US-Ökonomen hätten maßgeblich die Theorie von Auktionen und deren Anwendung geprägt, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

So entwickelten sie das Design der ersten Spektrumsauktion in den USA mit, die in den 1990er Jahren von den Regulierungsbehörden beim Verkauf von Radiorechten an Telekommunikationsfirmen durchgeführt wurde. „Damit haben sie Standards für die Versteigerung von Telekommunikations-Frequenzen gesetzt, die weltweit angewandt werden“, erklärte Wambach. Mittlerweile hätten sich Auktionen zum „Allzweckwerkzeug“ der Regulierung entwickelt.

Für Wambach waren Milgrom und Wilson von Anfang an die Favoriten für den Nobelpreis. Das ZEW forscht selbst an einem eigenen Bereich „Marktdesign“ zu Auktionen und unterstützt Anwender bei der Gestaltung.

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