Wirtschaft

Finanzen Bei Turbulenzen auf den Aktienmärkten greifen Anleger gerne zum Edelmetall / Nachfrage hält sich derzeit aber in Grenzen

Gold als Krisenwährung kaum gefragt

Frankfurt.In Pyeongchang bei den Olympischen Winterspielen sammeln die deutschen Sportler fleißig Goldmedaillen. Eigentlich sollte das Edelmetall auch hierzulande in diesen Tagen wieder hoch im Kurs stehen. Nicht weil es um Sieger geht. Im Gegenteil: Es geht um Verlierer. Die finden sich seit letzter Woche am Aktienmarkt. Und in solchen Zeiten drängt es Anleger eigentlich nach Gold. Das Edelmetall gilt schließlich als Krisenwährung. Aber davon ist in diesen Tagen nichts zu sehen. Der Goldpreis ist nur leicht gestiegen und mit rund 1330 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) weit von seinem Rekordhoch im September 2011 entfernt. Damals kostete die Feinunze fast 1900 Dollar.

Experten sehen dafür vor allem einen Grund. Am Aktienmarkt habe es zwar eine deutliche Korrektur gegeben. Mehr aber nicht. „Wir haben bislang keine Panik am Markt, nichts, was groß genug wäre, um in Gold fliehen zu müssen“, sagt Nico Baumbach von Hansainvest.

Ein zweiter Grund für die verhaltene Reaktion beim Goldpreis: die allmählich steigenden langfristigen Zinsen. Sie sind zwar immer noch niedrig und bewegen sich auch bei Bundesanleihen unterhalb der Prozentschwelle und liegen damit real, also nach Abzug der Inflationsrate, immer noch im negativen Bereich. Aber in den USA hat die Zinswende längst eingesetzt.

Die Europäische Zentralbank dürfte sich dagegen mit einer ersten Zinserhöhung Experten zufolge noch bis 2019 Zeit lassen. Aber der Trend zeigt nach oben, Hypothekenzinsen steigen leicht. Steigende Zinsen aber sind tendenziell schlecht für Gold. Denn Anleihen werden als Alternative wieder interessanter, weil sie Zinsen abwerfen (werden), heißt es etwa bei der Commerzbank. Gold hat einen Nachteil: Es gibt weder Zinsen noch Dividenden. otr