Wirtschaft

Chrome-Browser Kritik an Plänen des Internet-Giganten

Google installiert Werbefilter

Mountain View.Per Werbefilter gegen Werbeblocker – so lässt sich in etwa eine neue Strategie von Google beschreiben. Damit nicht noch mehr Nutzer einen Adblocker herunterladen, will der US-Gigant auf seinem Browser Chrome besonders nervige Werbung sperren. Am Donnerstag geht ein moderater Adblocker an den Start, der beispielsweise automatisch abspielende Videos stoppt oder Pop-Ups aussortiert.

Strategie gegen Adblocker

Das mag etwas unlogisch klingen für ein Unternehmen, dass jährlich Milliarden Dollar an Werbegeldern einspielt. „Kurzfristig ziehen wir daraus keinerlei Nutzen“, erklärte Google-Manager Michael Todd. Vielmehr gehe es um eine längerfristige Strategie. Also darum, zu verhindern, dass immer mehr Nutzer einen Adblocker installieren, mit dem sich die Online-Werbung komplett ausblenden lässt.

Kritiker fürchten, dass Google mit seinem Filter seine mächtige Stellung im Werbegeschäft weiter ausbaut. Immerhin betreibt der Konzern einen milliardenschweren Anzeigenmarkt im Internet. Der hauseigene Chrome ist mit einem Marktanteil von rund 56 Prozent der mit Abstand meistgenutzte Browser weltweit. Der Konzern argumentiert, dass er nicht allein darüber bestimme, welche Werbung aussortiert wird. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betrachtet die Marktmacht von Google jedoch mit Sorge. „Google hat das entscheidende Wort und auch die Kraft zur Umsetzung.“ Der Verband vertritt mehr als 500 Verlage.