Wirtschaft

Automobil-Zulieferer Erleichterung im bayerischen Amberg

Grammer gehört nun chinesischem Konzern

Archivartikel

Amberg.Der chinesische Jifeng-Konzern hat seinen Anteil am bayerischen Autozulieferer Grammer mit dem Ablauf einer verlängerten Kauffrist für Aktionäre auf 84,23 Prozent erhöht. Der Kauf sei damit vollständig abgeschlossen, sagte ein Grammer-Sprecher gestern. „Wir sind erleichtert, dass es so gekommen ist“, sagte Vorstandschef Hartmut Müller der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Amberg. „Es ist jetzt eine positive Situation für uns, da wir unsere Strategie fortsetzen können, wie wir es wollen.“ Mit der Übernahme durch Jifeng geht das unliebsame Kapitel mit der früheren bosnischen Eigentümerfamilie Hastor zu Ende.

Die Hastors waren Anfang 2016 bei Grammer eingestiegen und hatten versucht, Vorstand und Aufsichtsrat neu zu besetzen. Das scheiterte aber am geschlossenen Widerstand der anderen Aktionäre, der Arbeitnehmer und der Politik. Hastor lag auch mit den beiden wichtigsten Grammer-Kunden VW und Daimler über Kreuz – Hastor-Zulieferfirmen hatten 2016 die VW-Bänder in Wolfsburg und Emden vorübergehend stillgelegt. Anfang August hatte Grammer schließlich mitgeteilt, dass Hastor seine Beteiligung nahezu komplett verkauft habe und Jifeng die Übernahme geglückt sei. Der Anteil der Chinesen lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 74 Prozent.

Langfristiges Interesse

Bis vor wenigen Tagen hatten die Aktionäre Zeit, ihre Anteile anzubieten. Das Angebot haben einige angenommen, der Jifeng-Anteil hat nun die wichtige Schwelle von 75 Prozent deutlich überschritten. Damit kann kein anderer Investor wichtige Entscheidungen blockieren. Müller setzt darauf, dass Jifeng ein langfristiges Interesse an Grammer hegt. „Ich sehe keine Gefahr eines Technologietransfers, da wir aufgrund der bei der Übernahme geschlossenen Vereinbarung weiter die volle Kontrolle haben“, sagte er. dpa