Wirtschaft

Zölle Europäische Union kooperiert mit Japan / Einigung beim Streit USA gegen China steht aus

Größte Freihandelszone der Welt

Archivartikel

Washington/Brüssel.Inmitten des ungelösten Handelsstreits der führenden Volkswirtschaften USA und China setzen die Europäer und Japan ein Zeichen für Zusammenarbeit: Seit gestern bilden die EU und Japan die größte Freihandelszone der Welt. Mit dem Inkrafttreten des Wirtschafts-Partnerschaftsabkommens werden Märkte mit 635 Millionen Menschen verbunden. Ziel ist es, Zölle und andere Handelshemmnisse nahezu vollständig abzubauen, um das Wachstum anzukurbeln.

Im Gegensatz dazu zeichnet sich in dem seit Monaten andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China, die sich gegenseitig mit Milliarden-Strafzöllen überzogen haben, noch keine Einigung ab. Nach zweitägigen Spitzengesprächen gaben sich beide Seiten zwar optimistisch, es bestehen jedoch nach wie vor Differenzen.

„Wir werden jetzt ein großartiges Handelsabkommen bekommen, wenn alles funktioniert“, erklärte Trump nach Gesprächen hochrangiger Delegationen beider Länder. Chinas Vizepremier Liu He machte nach der Verhandlungsrunde in Washington einen „großen Fortschritt“ aus. Man arbeite hart daran, bis 1. März eine Einigung zustande zu bekommen, sagte Trump. Wenn bis dahin keine Lösung gelingt, will er die Sonderzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von zehn auf 25 Prozent erhöhen. Durch die Sonderzölle ist rund die Hälfte aller US-Einfuhren aus China mit Extra-Abgaben belastet.

Industrie spricht von Meilenstein

Durch das Abkommen mit Japan könnten europäische Unternehmen jedes Jahr eine Milliarde Euro an Zöllen einsparen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Konsumenten biete es eine größere Auswahl und günstigere Preise. Umwelt- und Verbraucherschützer sehen das Handelsabkommen dagegen kritisch. Gemeinsam stehen die EU und Japan für knapp ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Das Freihandelsabkommen sieht zum Beispiel vor, dass europäische Nahrungsmittelproduzenten künftig verarbeitetes Schweinefleisch, aber auch bestimmte Käsesorten und Wein zollfrei nach Japan einführen können. Die japanische Seite ist vor allem an den Zollsenkungen für Industriegüter insbesondere für Autos interessiert. Der Industrieverband BDI hatte das Abkommen als Meilenstein gelobt. dpa