Wirtschaft

Deutsche Bank Anteilseigner HNA plagen Geldprobleme

Großaktionärverkauft Grundstücke

Frankfurt.Die Deutsche Bank kommentiert die Vorgänge offiziell nicht. Dagegen versucht ein Sprecher des umstrittenen chinesischen Großaktionärs HNA, die Lage zu beruhigen. „HNA bleibt ein langfristiger Großinvestor der Deutschen Bank“, sagt Thomas Katzensteiner, Sprecher von C-Quadrat. Der österreichische Vermögensverwalter vertritt die Chinesen mit ihrem Chef Alexander Schütz im Aufsichtsrat der Bank. Er hatte mehrfach betont, es handele sich für HNA um ein „Kerninvestment“ und eine Beteiligung mit „hohem Prestigefaktor“. Gestern waren erneut Spekulationen über die finanzielle Lage des chinesischen Finanzkonzerns aufgenommen.

Grund: HNA hat Grundstücke in Hongkong verkauft und damit umgerechnet 1,7 Milliarden Euro erlöst. Angeblich will der Konzern auch Immobilien in London versilbern. HNA ist mit fast zehn Prozent an der Deutschen Bank beteiligt und hat dafür im vergangenen Jahr mehr als 3,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Käufer des Flughafens Hahn

Ende vergangener Woche hatte das Unternehmen seine Beteiligung leicht reduziert, die Stimmrechte gingen von 9,90 auf 9,21 Prozent zurück. Schon wenige Monate nach dem Einstieg der Chinesen, die auch den Flughafen Hahn im Hunsrück gekauft haben, waren Zweifel an der Solidität des Konzerns aufgekommen. Deutsche Bank-Chef John Cryan ist offensichtlich nicht glücklich über den Großaktionär und hatte ein Treffen mit HNA-Vertretern lange hinausgezögert.

Auch die Finanzaufsicht schaut skeptisch auf das Unternehmen und dessen Angaben zu den Stimmrechten, will dessen Vertrauenswürdigkeit prüfen und ein Inhaberkontrollverfahren einleiten. Offiziell ist das aber erst ab einer Schwelle von zehn Prozent möglich. HNA könnte zu einem echten Problem für die Deutsche Bank werden, sollte der Finanzinvestor aufgrund seiner offenbar hohen Schulden (die Rede ist von 100 Milliarden Dollar) gezwungen sein, große Teile seiner Aktien oder möglicherweise das gesamte Paket zu verkaufen. Das würde den sehr niedrigen Kurs der Deutsche-Bank-Aktie weiter drücken. HNA-Sprecher Katzensteiner dagegen betont, dass allenfalls zwischenzeitlich Schwankungen möglich seien.

Aus der Deutschen Bank wird Gelassenheit signalisiert. Bei HNA habe eine „gewisse“ Stabilisierung eingesetzt, nachdem eine chinesische Bank eine Kreditlinie von 3,2 Milliarden Dollar gewährt habe. Es gebe keine Hinweise, dass HNA größere Aktienbestände verkaufen wolle.