Wirtschaft

Beruf Unterschiede je nach Branche und Region

Große Lücke bei Löhnen von Azubis

Düsseldorf.Am Ende seiner Ausbildung verdient ein Azubi auf dem Bau in Westdeutschland fast fünf Mal so viel wie ein angehender Friseur in Thüringen: Wie gut es sich von einer Ausbildung leben lässt, hängt weiterhin extrem stark davon ab, in welcher Branche man arbeitet und wo man sich befindet. Das geht aus einer aktuellen Auswertung von 20 Branchen mit Tarifverträgen hervor, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag veröffentlicht hat.

Einstieg mit 325 Euro

So verdient der Friseur-Azubi in Thüringen im ersten Jahr durchschnittlich 325 Euro pro Monat, während der Baugewerbe-Azubi im Westen gegen Ende seiner Lehre auf bis zu 1580 Euro bekommt. Im Schnitt erhalten die Berufsanfänger in Westdeutschland auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung weiterhin häufig mehr Lohn als im Osten. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass Auszubildenden eine „angemessene Vergütung“ zusteht. Allerdings bleiben Arbeitgebern dabei große Freiheiten, so können sie etwa bis zu einem Fünftel von Branchentarifverträgen abweichen.

WSI-Experte Thorsten Schulten bewertet die Tarifbindung in vielen Bereichen positiv, sieht aber beim Niveau der Ausbildungslöhne noch ordentlich Luft nach oben. „Gerade in den traditionellen Niedriglohnsektoren müssen sich die Unternehmen überlegen, wie sie die Arbeit aufwerten können, um auch zukünftig noch genügend Auszubildende zu gewinnen“, so Schulten. 

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