Wirtschaft

Abfall Remondis kauft Duales System Deutschland

Grüner Punkt übernommen

Archivartikel

Lünen/Köln.Deutschlands größter Entsorgungskonzern Remondis kauft den Grünen Punkt. Man habe die Firma Duales System Deutschland (DSD) zu 100 Prozent erworben, teilte Remondis gestern in Lünen mit. Bisheriger Eigner war eine britische Investorengruppe, der Kaufpreis wurde nicht bekannt. DSD hält die Markenrechte am Recycling-Zeichen Grüner Punkt. Zur Gültigkeit der Übernahme fehlt noch das grüne Licht der Kartellbehörden.

Das Kölner Unternehmen DSD ist das größte von neun dualen Systemen in Deutschland, die für den Handel und die Industrie die Entsorgung und Verwertung von Verkaufsverpackungen übernehmen. Mit dem Namen Duales System war ursprünglich gemeint, dass es neben den kommunalwirtschaftlichen Entsorgern noch ein zweites, von der Privatwirtschaft organisiertes System gibt.

Aufträge an Müllabfuhren

DSD wurde 1991 als Selbsthilfeorganisation der Privatwirtschaft gegründet und war lange Monopolist. Nach dem Einschreiten der EU-Kommission 2001 entstanden Wettbewerber. 2016 erzielte DSD 561 Millionen Euro Umsatz, die Mitarbeiterzahl lag zuletzt bei 442. Das Unternehmen regelt die Abholung von rund einem Drittel des Verpackungsabfalls, der in Deutschland in Gelben Tonnen oder Gelben Säcken landet.

DSD sammelt den Abfall aber nicht selbst ein, sondern vergibt dafür Aufträge an Müllabfuhr-Firmen und an Sortieranlagen. Wenn DSD künftig also Remondis-Müllabfuhren beauftragt, bliebe der Auftrag gewissermaßen im eigenen Haus. Vertreter von kommunalen und kleineren privaten Abfallbetrieben sehen den Zusammenschluss kritisch – sie warnen vor einem Branchenriesen und weniger Wettbewerb auf dem Entsorgungsmarkt. dpa