Wirtschaft

Gut für die Kunden

Die Telekom bekommt mit der Übernahme von Unitymedia durch Vodafone erstmals eine nahezu flächendeckende Konkurrenz bei der Versorgung mit digitaler Infrastruktur. Für die Kunden in Deutschland ist das eine gute Nachricht – wenn eine wesentliche Voraussetzung erfüllt wird. Es muss sichergestellt sein, dass Anbieter von Inhalten – zum Beispiel Streamingdienste wie Netflix – freien Zugang zum Kabelnetz erhalten. Dann dürfte sich der Zusammenschluss vor allem positiv auswirken.

Deutschland kann bei dem von Vodafone versprochenen Ausbau schneller Internetverbindungen seinen Rückstand bei der digitalen Infrastruktur aufholen. Dafür sind Milliardeninvestitionen nötig, die nur große Unternehmen leisten, wenn der Staat den Ausbau nicht vorantreibt. Die Telekom hat sich dabei in den vergangenen Jahren ebenfalls nicht gerade als treibende Kraft erwiesen. Den Verbrauchern ist es am Ende egal, wessen Netz sie nutzen, wenn Preise und Leistung stimmen. Der Wettbewerb zwischen den großen Konzernen sollte beides sicherstellen.

Die Sorge vor einem Vodafone-Monopol bei der Bereitstellung von TV-Programmen ist dagegen eher unbegründet. Klassisches Fernsehen über Kabel oder Antenne gehört auf lange Sicht der Vergangenheit an. Immer mehr Verbraucher schauen ihre Lieblingssendungen oder Sport direkt übers Internet an. Dafür sind sie vor allem an einem schnellen Netzzugang interessiert.