Wirtschaft

Abgasskandal US-Aufseher sehen bei den Wolfsburgern Fortschritte, aber nicht alle Probleme gelöst

Gutes Zwischenzeugnis für VW

Archivartikel

Wolfsburg.Einige Mängel sind inzwischen abgestellt, doch Volkswagen ist noch lange nicht am Ende der „Bewährung“: US-Aufseher Larry Thompson hat dem Konzern Fortschritte bei der Umsetzung schärferer Regeln nach dem Dieselskandal bescheinigt. Der Jurist – von der Regierung in Washington nach Wolfsburg entsandt – konnte im zweiten Jahr seiner Untersuchungen keine neuen Regelverletzungen aufdecken. „Die zwei Verstöße aus dem letzten Jahr wurden nicht wieder festgestellt“, berichtete Thompson am Mittwoch. Er betonte jedoch zugleich, dass sein Auftrag nicht abgeschlossen sei: „Ich habe nicht gesagt, dass alles in Ordnung ist.“

Bei seinem Zwischenbericht vor einem Jahr hatte Thompson Defizite etwa bei der internen Weitergabe von Informationen gesehen. Daten einer Mitarbeiterbefragung waren nicht in Manager-Handbücher aufgenommen worden, zudem hatte VW nicht rechtzeitig über neue Abgastests informiert. Derlei Probleme seien nicht wieder aufgetaucht, sagte VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner. Insgesamt sei es „in den letzten zwölf Monaten gelungen, wichtige Prozessveränderungen wie vereinbart umzusetzen“.

Als sogenannter Monitor legte Thompson dem Unternehmen in seinem Zwischenfazit nahe, das Whistleblower-System und interne Berichtswesen zu optimieren. Wo VW konkret nacharbeiten müsse, wollte er mit Verweis auf „weitere Prüfungen“ nicht sagen: „Ich habe noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen.“ Im dritten und letzten Jahr seines Mandats werde er „schlussendliche Empfehlungen“ abgeben. Die Aufgabe des Amerikaners ist es, sicherzustellen, dass sich kriminelles Verhalten bei VW nach dessen Schuldeingeständnis in den USA nicht wiederholt. 

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