Wirtschaft

Verkehr Positive Reaktionen auf Vorschlag des Verbands der Automobilindustrie / Neue Mobilitätskonzepte gesucht

Gutverdiener sollen mehr für Parkausweis zahlen

Archivartikel

Berlin.Der Verband der Automobilindustrie (VDA) will das deutsche Parksystem grundlegend reformieren. Die Vorschläge: Besserverdienende sollen mehr für Bewohnerparkausweise zahlen, Elektroautos Sonderparkplätze bekommen – und Kommunen mehr Spielräume, um Preise für Parkplätze zu erhöhen oder zu senken.

„Parkplätze einfach zu streichen, ist zu wenig. Nötig sind kommunale Gesamtkonzepte, die den Bürgern alltagstaugliche Mobilitätsalternativen bieten“, sagte VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel am Donnerstag. Wichtig sei dabei auch die Integration digitaler Lösungen, beispielsweise zum Finden freier Parkplätze. Fahrzeuge könnten etwa Daten über freie Stellplätze sammeln und sich gegenseitig darüber informieren.

Damit soll der Parkverkehr angesichts wachsender Städte und einer zunehmenden Verdichtung von Flächen besser gelenkt und der „Parkdruck“ vor allem in innerstädtischen Wohngegenden verringert werden. Verkehrsflächen müssten möglichst effizient genutzt werden.

Grenze von 30,70 Euro aufweichen

Der VDA reiht sich damit ein in eine Reihe von Unterstützern, die für eine Reform des Anwohnerparkens werben. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte im Herbst angekündigt, er wolle zusammen mit Ländern und Kommunen prüfen, inwieweit die obere Grenze für das Bewohnerparken von derzeit 30,70 Euro pro Jahr neu gesteckt und von den Kommunen individuell festgesetzt werden könnte. Der Deutsche Städtetag begrüßte, dass „die Autoindustrie anerkennt, dass sich beim Autoverkehr etwas ändern muss“ und hält einen künftigen Rahmen für Bewohnerparkausweise von 20 bis 200 Euro pro Jahr für denkbar. Auch der Autoclub ADAC hat sich für mehr Spielraum bei Gebühren ausgesprochen – allerdings nur mit Obergrenze. Mit dem Ziel, die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen, werde die Nutzung von Flächen durch den Verkehr in derzeitiger Form zunehmend in Frage gestellt, hieß es vom VDA. „Dies gilt nicht zuletzt auch für den ruhenden Verkehr, also das Parken.“ Zugleich aber sei „unabdingbar“, den Mobilitätsbedürfnissen von Einwohnern sowohl der Städte selbst als auch des Umlandes genauso gerecht zu werden wie den Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs.

Radfahrer stärken

Hintergrund der Debatte ist etwa, dass der Radverkehr in Deutschland auch aus klimapolitischen Gründen gestärkt werden soll – dafür brauchen Fahrräder aber mehr Raum. Daneben gibt es neue Mobilitätsangebote wie Carsharing. Der VDA verweist außerdem auf einen zunehmenden Logistikverkehr.

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