Wirtschaft

Konsum Warnungen der Kaufhauskette Walmart stoßen bei US-Präsident Trump auf taube Ohren

Handelskrieg wird für Verbraucher teuer

Archivartikel

Washington.Nicht einmal auf Walmart hört der US-Präsident. Dabei hängen viele der Anhänger Donald Trumps von den billigen Waren ab, die der Konzern auf gewaltigen Container-Schiffen aus der Volksrepublik importiert. In vielen ländlichen Regionen der USA ist Walmart dank seiner Monopolstellung oft die einzige günstige Einkaufsmöglichkeit.

Von den 500 Milliarden Dollar, die Walmart umsetzt, stammt rund jeder zehnte Dollar aus dem Chinageschäft. Also schrieb der Konzern ans Weiße Haus und forderte es auf, keine Zölle auf Produkte wie Koffer, Matratzen, Shampoo, Hundefutter, Staubsauger, Fahrräder, Baseballhandschuhe, Klimaanlagen oder Weihnachtslichter zu verhängen. Dies treffe vor allem die Kunden, die Lieferanten und schließlich die gesamte US-Wirtschaft. Mit derselben Warnung meldete sich der Verband der Nationalen Einzelhändler zu Wort. Dieser rechnete vor, allein die 25 Prozent Strafzölle auf Möbel kosteten die Verbraucher im Jahr 4,5 Milliarden Dollar.

Tausende Produkte betroffen

Die Botschaft stieß auf taube Ohren. Trump setzte die nächsten 200 Milliarden Dollar Strafzölle gegen China in Kraft, die Tausende Produkte erst mit zehn Prozent, zum Jahresende mit 25 Prozent bei der Einfuhr besteuern. Erwartungsgemäß kündigten die Chinesen Vergeltung an und erhoben Zölle auf Produkte aus den USA in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Trump glaubt, Peking habe nicht mehr genügend US-Produkte, die es sanktionieren könne. Und sein Handelsminister Wilbur Ross steht mit der Aussage zu Protokoll, die US-Verbraucher würden die Preisanstiege gar nicht erst merken.

„Es schmerzt die Menschen am meisten, denen Trump vorgibt, helfen zu wollen“, sagt Sucharita Kodali von der Konsumentenforscher-Gruppe Forrester. Walmart, Target und andere Einzelhändler stehen nun vor einem Dilemma. Heben sie die Preise an oder stecken sie die Verluste weg und schmälern den Profit für ihre Anlegen? Keine Option ist nach Angaben des Einzelhändlerverbands eine schnelle Veränderung der Lieferketten. Es dauere „Jahre“ Ersatzpartner zu finden. Da die Waren für dieses Weihnachtsgeschäft schon bestellt sind, werden sich Preissteigerungen erst im kommenden Jahr bemerkbar machen.