Wirtschaft

Zölle USA drohen Mexiko und China

Handelsstreit verschärft

Archivartikel

Peking/Washington.Die „America first“-Politik“ von US-Präsident Donald Trump führt immer tiefer in einen internationalen Handelskrieg hinein. Nachdem die Spannungen mit China einen neuen Höhepunkt erreicht haben, droht Trump nun auch dem Nachbarn Mexiko mit erheblichen Einfuhrhindernissen. Sollte Mexiko seine Bemühungen zur Grenzsicherung gegen illegale Einwanderung nicht deutlich ausweiten, sollten vom 10. Juni an alle Importe aus Mexiko mit fünf Prozent Sonderzoll belegt werden.

Mexiko ist einer der größten Handelspartner der USA. „Mexiko hat die USA jahrzehntelang ausgenutzt“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. „Sie können dieses Problem leicht lösen. Es ist Zeit für sie, letztlich das zu tun, was getan werden muss.“ Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Trump-Administration die Lösung internationaler politischer Konflikte über wirtschaftliche Maßnahmen versucht.

Der Handelskonflikt mit China hat sich indes weiter verschärft. Die Führung in Peking stimmt das Volk inzwischen auf einen lange andauernden Konflikt ein. In ihrer 70-jährigen Geschichte habe die Volksrepublik „nie den Kopf gesenkt und nie jemanden gefürchtet“, hieß es in einem von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten Kommentar: „Die Geschichte wird erneut beweisen, dass Mobbing und Drohungen der USA nicht funktionieren werden.“ Finanz- sowie Rohstoffmärkte reagierten am Freitag mit Verlusten.

Als neueste Waffe in dem seit Monaten andauernden Konflikt will China eine Liste mit „unzuverlässigen“ ausländischen Firmen aufstellen. Auf der Strafliste sollen Unternehmen, Individuen und Organisationen geführt werden, die den Interessen chinesischer Unternehmen schaden, wie Chinas Handelsministeriums am Freitag mitteilte. dpa