Wirtschaft

Sanitär Planung einer neuen Heizung dauert

Handwerker sind gefragt

Stuttgart.Die Kunden müssen in Baden-Württemberg vor der Erneuerung ihres Bades oder dem Austausch einer Heizung länger auf die Handwerker warten. „Besonders in den Ballungsräumen kann die Wartezeit mehrere Monate betragen“, räumte Wolfgang Becker, der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima, gestern in Stuttgart ein. So lange Fristen seien aber „eher selten“. Im Durchschnitt hätten sich die Auftragsreichweiten seit 2012 um eine auf acht Wochen erhöht. Für Becker ist das eine „sehr gemäßigte Steigerung“. Er sehe „kein flächendeckendes Problem“. Notfälle und Reparaturen würden schnellstmöglich erledigt.

Als „Stimmungsmache“ kritisierte Becker Behauptungen, dass durch Überlastung der Betriebe die Energiewende auf der Strecke bleibe. Eine neue Heizung oder ein neues Bad seien komplexe Anlagen, die es nicht beim Versandhandel aus dem Regal gebe. Schon die Planung dauere ein paar Wochen. Becker riet zu antizyklischem Verhalten: „Ein Heizungstausch lässt sich gut in den Sommermonaten angehen.“

Probleme durch das Wärmegesetz

Die Nachfrage bei den Handwerksbetrieben sei enorm, berichtete Joachim Butz, der Vorsitzende des Fachverbandes. Der Umsatz sei in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahr lag das Plus noch bei 3,6 Prozent.

Viele Probleme bereitet den Betrieben das baden-württembergische Wärmegesetz, das nach dem Austausch einer Heizung den Einsatz von 15 Prozent erneuerbarer Energien vorschreibt. Viele Hausbesitzer müssten von den Handwerkern von den gesetzlichen Vorgaben und den zusätzlichen Ausgaben überzeugt werden. „Wir sind die Überbringer der schlechten Nachricht“, klagte Butz. Er forderte von Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) eine Aufklärungskampagne. Der Fachverband hat sich nach eigenen Angaben mit den Vorgaben des Wärmegesetzes arrangiert, geht aber davon aus, dass alte Anlagen ohne die zusätzlichen Belastungen schneller ausgetauscht würden.