Wirtschaft

USA Konzernchefs wollen Gewinne breiter verteilen

Harte Zeiten für Aktionäre

Archivartikel

Washington.Führende US-Unternehmen wollen ihren geschäftlichen Erfolg nicht mehr nur am Ertrag ihrer Aktionäre gemessen sehen. Die Lobbygruppe Business Roundtable erweiterte entsprechend ihre Beschreibung des geschäftlichen Zwecks eines Unternehmens. Nun heißt es, alle Seiten sollten profitieren: Kunden, Beschäftigte, Zulieferer, Gemeinden an ihren Standorten sowie die Anteilseigner.

Unter den gut 180 Konzernlenkern, die eine Erklärung dazu unterzeichneten, sind Tim Cook von Apple, Jeff Bezos von Amazon sowie die Chefs großer Banken, der Autobauer Ford und General Motors und von Schwergewichten der Konsumgüterbranche wie Coca-Cola. Zugleich fehlen unter der Erklärung von Montag die Unterschriften einiger prominenter Firmenchefs aus dem Interessenverband: Larry Culp vom Mischkonzern General Electric und Stephen Schwarzman vom Finanzinvestor Blackstone.

Investoren unzufrieden

Der Business Roundtable hatte ursprünglich die Maximierung des Werts für die Anteilseigner, des „shareholder value“, als primäre Aufgabe genannt. Das Konzept wurde immer wieder kritisiert, momentan fordern unter anderem demokratische Anwärter für die US-Präsidentenwahl wie die Senatorin Elizabeth Warren ein Umdenken. Sie hatte auch schon eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen vorgeschlagen, im Interesse aller Beteiligten zu agieren – ähnlich wie das nun vom Business Roundtable formuliert wurde.

Kritik an dem neuen Kurs kam unterdessen von der Vereinigung institutioneller Investoren, die argumentierte, die Firmen könnten sich damit ihrer Verantwortung vor den Anlegern entziehen. dpa

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