Wirtschaft

Finanzen Landesbank Hessen-Thüringen mit überraschendem Gewinnanstieg

Helaba scheut Prognose für 2020

Frankfurt.Deutschlands drittgrößte Landesbank Helaba sieht sich nach einer überraschenden Gewinnsteigerung 2019 für ein ungewisses Jahr gut gerüstet. „Die Helaba geht aus einer starken Position in die nun vor uns allen liegende schwierige Zeit“, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Herbert Hans Grüntker, am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. „Qualitativ können wir mit dem Jahr 2019 (...) definitiv zufrieden sein.“ Eine Ergebnisprognose für 2020 gab der Vorstand nicht ab: Noch seien die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie nicht abschätzbar.

Im vergangenen Jahr verdiente das Frankfurter Institut, das Sparkassen in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg betreut, entgegen der jüngsten Prognose des Vorstandes mehr als 2018. Der Vorsteuergewinn stieg auf 533 (Vorjahr: 443) Millionen Euro, der Überschuss kletterte noch deutlicher auf 480 (Vorjahr: 278) Millionen Euro. Die Eigentümer – mehrheitlich die Sparkassen – sollen eine unveränderte Ausschüttung von 90 Millionen Euro erhalten.

Wegen des laufenden Stellenabbaus hatte der Vorstand Ende November die Gewinnerwartungen zurückgeschraubt. Damals hieß es, für 2019 werde ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Ab sofort will die Helaba nur noch halbjährlich Zahlen veröffentlichen.

Bis zu 400 Stellen sollen wegfallen

Im Jahresabschluss 2019 profitierte die Helaba nun deutlich von der Eingliederung des Kommunalfinanzierers DKD, der nach dem Kauf als KOFIBA Kommunalfinanzierungsbank GmbH firmierte. Belastet wurde das Ergebnis durch den Konzernumbau: Bis Ende 2022 sollen 380 bis 400 Arbeitsplätze in der Kernbank gestrichen werden, die zuletzt etwa 2700 Vollzeitkräfte zählte. Im Konzern insgesamt stieg die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl im vergangenen Jahr um 116 auf 6243 – überwiegend wegen der Übernahme von KOFIBA-Mitarbeitern.

Die Eingliederung der KOFIBA wirkte sich mit 125 Millionen Euro positiv aus. Rechne man Sondereffekte heraus, ergebe sich für 2019 ein Ergebnisanstieg von rund zehn Prozent, hieß es.

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