Wirtschaft

Coty-Marken Bericht über mögliche Milliardenofferten

Henkel und Unilever vor Geboten?

Archivartikel

New York/Mannheim.Beim mehrheitlich von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrollierten US-Konzern Coty scheint sich ein Bieterrennen um die zum Verkauf stehenden Kosmetikmarken anzubahnen. Mehrere Interessenten – allen voran die Konsumgüterkonzerne Henkel und Unilever – prüfen Offerten von bis zu sieben Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro). Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag und berief sich dabei auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Demnach könnten auch Colgate-Palmolive und Beteiligungsgesellschaften wie Advent, Blackstone oder Cinven interessiert sein.

Wella soll Schwarzkopf ergänzen

Bekannteste zum Verkauf angebotene Coty-Marke ist Wella, auch Clairol und OPI-Nagellacke gehören dazu. Mit einer Übernahme würde Henkel seine kleinste Sparte Körperpflege – zu der Marken wie Schwarzkopf, Syoss und Fa gehören – erheblich stärken. Der Düsseldorfer Konzern hatte bereits zwei Mal erfolglos versucht, Wella zu übernehmen. Zudem hat Henkel derzeit Probleme mit seiner größten Sparte, dem konjunkturabhängigen Klebstoff-Geschäft.

Coty hatte vor einem Monat angekündigt, den Verkauf der Kosmetikmarken um Wella zu prüfen. Das Unternehmen leidet schon länger unter der missglückten Übernahme von Wella und anderen Kosmetikmarken des Konsumgüter-Riesen Procter & Gamble im Jahr 2016. Für die JAB Holding der Reimann-Familie, die ihren Anteil am Konzern in diesem Jahr von 40 auf 60 Prozent erhöht hatte, wird Coty zunehmend zur Belastung. Anfang Juli hatte das Unternehmen seine Aktionäre mit einer rund drei Milliarden Dollar schweren Abschreibung geschockt. Um wieder in die Spur zu finden, will sich das Unternehmen auf deutlich weniger Marken konzentrieren.

Die Ursprünge der Reimann-Dynastie reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Johann Adam Benckiser und Karl Ludwig Reimann in Ludwigshafen eine Chemiefabrik aufbauten. (mit dpa)

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