Wirtschaft

Hochs und Tiefs auch im Regal

Diese Lebensmittel kosten mehr

Salat: + 50 Prozent

Die Hitze des scheinbar unendlichen Sommers hat dazu geführt, dass es weniger Kopf- und Eisbergsalat gibt und die Herstellungskosten durch die notwendig gewordene Bewässerung gestiegen sind. Das macht sich bei den Preisen im Supermarkt bemerkbar: „Es geht in Richtung 1,29 Euro“, sagt Reinhard Oerther, Vorstand des Pfalzmarkts in Mutterstadt. Im Vergleich zum Vorjahr konstatiert das Statistische Bundesamt eine Steigerung um 50 Prozent.

Salatgurken: + 140 Prozent

Noch deutlicher gestiegen ist der Preis für eine Salatgurke. Statt wie im Vorjahr 48 Cent kostet sie inzwischen deutschlandweit im Durchschnitt 1,14 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um 140 Prozent. Das hat die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) ermittelt. „Diese Entwicklung ist ganz klar der Hitze geschuldet“, sagt Thomas Els, Analyst bei dem in Bonn ansässigen privaten Unternehmen. Man kann es auch anders ausdrücken: Da haben wir den Salat . . .

Zwiebeln: + 56 Prozent

Beachtlich ist auch die Preiserhöhung bei den Zwiebeln. Da die Ernte dieses Jahr aufgrund des Wetters geringer ausfällt als sonst, müssen die Verbraucher damit rechnen, dass sie für die schmackhaften Pflanzen im Laden oder auf dem Markt weiterhin ein paar Cent mehr ausgeben müssen. Sagt AMI-Analyst Els. Statt 64 Cent wie im vergangenen Jahr kostet das Kilo inzwischen mehr als einen Euro. Das ist eine Steigerung von 56 Prozent.

Kartoffeln: + bis zu 30 Prozent

Bei der beliebtesten Knolle der Deutschen macht sich der Hitzesommer ebenfalls bemerkbar. „Wir erwarten eine der kleinsten Kartoffelernten, die wir jemals in Deutschland hatten“, sagt Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Die Folge: Die Preise könnten um bis zu 30 Prozent steigen. Aktuell kostet ein Kilo „Grumbeere“ 80 Cent. Und für Pommes und Kroketten bedeutet das natürlich auch nichts Gutes.

Diese Lebensmittel kosten weniger

Zwetschgen: - 32 Prozent

Es gibt aber auch Pflanzen, denen die Hitze ganz gutgetan hat – und die nun mit entsprechenden Erträgen protzen. Ganz vorne mit dabei sind da die Zwetschgen. Und das lässt den durchschnittlichen Preis wie eine reife Frucht vom Baum fallen: Um mehr als 30 Prozent ist er AMI-Analyst Els zufolge im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das bedeutet, dass ein Kilogramm der süßen Früchtchen im Durchschnitt zurzeit für weniger als 1,60 Euro zu haben ist.

Kohlrabi: - 26 Prozent

Ein Viertel weniger, nämlich genau 25,5 Prozent, kostet auch Kohlrabi. Vor einem Jahr mussten die Verbraucher in Deutschland am Verkaufsstand oder an der Ladentheke pro Stück im Durchschnitt noch 61 Cent bezahlen. Jetzt sind es gerade mal 45 Cent, hat die Auswertung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft ergeben. Da schmeckt das gesunde Gemüse doch gleich noch viel besser – wenn man es nicht zusammen mit Kartoffeln isst.

Zucchini: - 22 Prozent

Was viele Hobby-Gärnter im eigenen Beet beobachten konnten, bestätigt auch AMI-Analyst Els: „Die Zucchini mag die Sonne, die ist dieses Jahr gut gewachsen.“ Die Folgen: Die Ernte ist gut, sowohl was Menge als auch Qualität angeht – und die Preise sind entsprechend um 22 Prozent gesunken. 1,16 Euro kostet das Kilogramm zurzeit im Schnitt. Vor einem Jahr mussten die Kunden für die gleiche Menge dagegen noch 1,48 Euro bezahlen.

Tomaten: - 13 Prozent

Ob als Salat, Soße, Suppe oder Bruschetta: Tomatengerichte schmecken zurzeit vielleicht sogar noch besser – weil sie billiger herzustellen sind. 13 Prozent sparen die Kunden im Vergleich zum Vorjahr, teilt das Statistische Bundesamt mit. Allerdings trifft das nicht auf alle Arten gleichermaßen zu, gibt Marktexperte Els zu bedenken. Strauchtomaten etwa seien sogar teurer geworden: um rund zehn Prozent im Vergleich zum vergangenen Sommer.

Bei diesen Lebensmitteln könnte es Änderungen geben

Äpfel: Kurve in Sicht

Beim Klassiker macht die Preisentwicklung eine Kurve: Zwar sind Äpfel dem Statistischen Bundesamt zufolge um 20 Prozent teurer geworden. Doch das wird sich ändern, sagt Hans Lehar, Vorstand der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft (OGA) Nordbaden. Denn 2017 gab es große Frostschäden, dieses Jahr sei der Ertrag normal. „Ich gehe davon aus, dass der Preis weit unter das Vorjahresniveau sinken wird“, sagt Lehar. Möglicherweise um bis zu 30 Prozent.

Getreide/Brot: Kann, muss nicht

Mit die größten Ernteausfälle wegen der Hitze gab es beim Getreide. Das treibt die Preise in die Höhe, erklärt Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband. So kostet die durchschnittliche Tonne Brotweizen in Hessen und Rheinland-Pfalz zurzeit 181 Euro statt 145 Euro wie im vergangenen Jahr. Inwieweit sich das auf den Brot- und Brötchenpreis auswirkt, lässt sich aber kaum vorhersagen. Denn das Getreide macht beim Brötchenpreis gerade einmal einen Cent aus.

Wein: Großartige Qualität

Vor Freude frohlocken kann man die Winzer zurzeit in den Weinbergen hören. Etwa die Hälfte der Lese ist bereits vorbei, und Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim hat nur Positives zu vermelden: „Die Menge ist absolut ausreichend, die Trauben sind super gesund und die Qualität großartig.“ Auf die Weinpreise wird sich das alles seiner Einschätzung nach aber nicht auswirken: „Ich rechne mit stabilen Preisen.“

Zuckerrüben: Volle Lager

Deutlich weniger Glück hatten dagegen dieses Jahr die Zuckerrübenbauern. Die Äcker waren ausgetrocknet, die Ernte ist deutlich geringer ausgefallen als sonst, berichtet AMI-Analyst Els. Da die Lagerhallen aber noch ganz gut gefüllt seien, und der Zuckermarkt ohnehin Überkapazitäten aufweise, erwartet der Fachmann bei der nächsten Preisrunde im November keine großen Erhöhungen: „Ich gehe davon aus, dass da nicht so viel passieren wird.“