Wirtschaft

Warenhäuser Protestaktion vor Galeria Kaufhof-Filiale

Hoffen auf Erhalt des Standortes

Archivartikel

Mannheim.Bald soll die Galeria Kaufhof-Filiale im Mannheimer Quadrat N 7 endgültig schließen, wenn es nach der Konzern-Geschäftsführung geht. Zu einer Protestaktion sind am Freitag mehr als 50 Beschäftigte vor der Filiale zusammengekommen – sie bildeten eine Menschenkette, demonstrierten für den Erhalt des Standortes.

„Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht, wir wissen nicht, wie weiter“, sagte Wolfgang Krüger von der Gewerkschaft Verdi bei seiner Ansprache: „Es geht hier um Menschen, eine Mitarbeiterin ist schon seit 47 Jahren dabei.“ Er rechnete vor, dass die 75 Mitarbeiter der von der Schließung bedrohten Filiale zusammen auf insgesamt 2012 Jahre Betriebszugehörigkeit kommen, knappe 27 Jahre ist jeder Mitarbeiter im Durchschnitt schon dabei. „Seit Frühjahr haben die Menschen keinen ruhigen Abend mehr“, so Krüger. „Zeigt Gesicht, zeigt Widerstand, wir machen heute Protest, wir haben große Wut.“

Weniger Schließungen als gedacht

Auch Peter Zysik, Gesamtbetriebsratschef der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, hofft noch auf ein Wunder: „Aufgeben ist keine Option, wir müssen bis zur letzten Sekunde für N 7 kämpfen. Ich möchte, dass die Filiale fortgeführt wird.“ Die Schließungen hätten nichts mehr mit Einzelhandel zu tun, „das ist die klassische Fratze des Kapitalismus“. Das Ergebnis für Mannheim mit der definitiven Schließung stünde aber noch nicht fest.

Vergangene Woche war das Insolvenzverfahren der Warenhauskette aufgehoben worden. Konzernchef Miguel Müllenbach hatte bekanntgegeben, dass insgesamt weniger Filialen schließen müssten, als bisher angenommen. 40 Filialen müssten schließen, 130 blieben erhalten. Trotzdem verlieren rund 4000 Menschen ihren Job. 

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