Wirtschaft

Autozulieferer Gelassenheit vor möglicher Übernahme durch ZF

IG Metall glaubt fest an Wabco in Mannheim

Archivartikel

Mannheim.Der Mannheimer Standort des Bremsenherstellers Wabco kann einer möglichen Übernahme durch den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen selbstbewusst entgegensehen. Dieser Meinung ist Thomas Hahl, Vize-Chef der IG Metall Mannheim. Das Ziel von ZF sei offensichtlich keine Marktbereinigung, sondern der Zukauf von Know-how. „Deshalb sehen wir das sehr gelassen.“ Wabco baut in Mannheim mit rund 350 Mitarbeitern Radbremsen für Lkw, auch das Kompetenzzentrum mit Forschung und Entwicklung ist am Standort untergebracht. In den vergangenen Jahren sei kräftig in Mannheim investiert worden, deshalb mache er sich keine Sorgen, so Hahl gestern.

Der amerikanisch-belgische Konzern Wabco hatte in der vergangenen Woche vorbereitende Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit ZF Friedrichshafen bestätig. Es gebe jedoch keine Gewissheit, dass eine Einigung erzielt werde, hieß es. Mit dem Zukauf, dessen Volumen Experten auf bis zu acht Milliarden Euro schätzen, würde ZF knapp 40 Milliarden Euro umsetzen und dann nahezu Augenhöhe mit den Marktführern Bosch und Continental erreichen.

„Sicherung der Standorte“

Über die Aussichten wollte Hahl nicht spekulieren. „Oberstes Ziel bleibt die Sicherung aller Standorte, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen.“ Ähnlich drücken sich die Betriebsratsvorsitzenden der drei deutschen Wabco-Standorte (auch Hannover und Gronau) aus: „Juristische, industriepolitische und arbeitsrechtliche Folgen werden wir im besonderen Maße im Fokus haben“, schreiben sie an die Belegschaft.