Wirtschaft

Luftverkehr Fluggesellschaften lehnen leere Sitze als Abstandshalter in den Maschinen ab / Filter sollen Schutz bieten

Im Flieger bleibt die Maskenpflicht

Archivartikel

Berlin.Für Reisende bleibt die Auswahl an Flügen auch nach dem Wegfall der Reisewarnungen begrenzt. Verglichen mit dem Juni 2019 bieten die Fluggesellschaften nach Branchenangaben im Laufe dieses Monats 14 bis 15 Prozent der üblichen Sitzplatzkapazität an. „Das ist ein mutiges Angebot der Unternehmen und wir hoffen, dass die Buchungen entsprechend ansteigen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, der Deutschen Presse-Agentur.

Kabinenluft ständig ausgetauscht

Die Nachfrage werde nur schrittweise wieder zunehmen. Deshalb müsse auch die pauschale Reisewarnung für Nicht-EU-Staaten aufgehoben werden. Die Flugzeugbauer widersprachen Vermutungen, dass es in Flugzeugen ein hohes Ansteckungsrisiko gebe. Sie verweisen auf Schwebstofffilter (Hepa-Filter) in den Klimaanlagen. „Sie filtern 99,97 Prozent der Aerosole raus und sie sind in allen Flugzeugen Standard“, sagte Volker Thum, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. „Viren sind nichts Neues und das Coronavirus ist so groß wie andere auch.“ Alle zwei bis drei Minuten werde die Kabinenluft ausgetauscht. Dabei wird gefilterte Luft mit Frischluft gemischt. „Sie wird oben eingeblasen und unten abgesaugt. Der vertikale Luftstrom ist wie eine Schutzwand.“ Dennoch hätten die Passagiere Verantwortung, müssten die Maskenpflicht einhalten und die Luftdüsen geöffnet lassen. „Das Wichtigste ist Disziplin und Problembewusstsein“, sagte Thum.

Die Fluggesellschaften lehnen es ab, für einen größeren Abstand unter den Fluggästen einzelne Plätze nicht zu vermarkten, etwa den Mittelsitz einer Dreierreihe. Auch Trennvorhänge oder Plexiglasscheiben soll es nicht geben. „Das Zusammenwirken von Luftaustausch, Hepa-Filtern und Maskenpflicht sind das A und O“, sagte von Randow. dpa

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