Wirtschaft

Industrie ärgert es

Die Zeit läuft gegen die Zigarette – und damit auch gegen Zigaretten-Werbung. Das gilt nicht nur für konventionelle Kippen, Zigarren und Selbstgedrehte, sondern auch für die elektrischen Rauchprodukte. Obwohl diese möglicherweise weniger Schadstoffe freisetzen und den menschlichen Körper weniger schädigen als die alten Glimmstengel.

Im Bundestag wird gerade ein neuer Anlauf für ein strenges Tabakwerbeverbot unternommen. Diesen Furor kann man für zwiespältig halten. Wird nicht auch Alkohol massenhaft und legal verkauft – und allenthalben beworben? Auch bei dieser Droge treten Gesundheitsschäden auf. Oder Autos: Sie sind nützlich, verpesten aber die Atemluft. Tausende Tote gehen jedes Jahr auf ihr Konto. Das wird ebenfalls nicht umgemünzt zu einem Argument gegen Auto-Werbung.

Die Sache bei Tabak und E-Zigaretten verhält sich dennoch anders. Die durch diese Art des Konsums verursachten Schäden sind so eindeutig und gigantisch teuer für die Allgemeinheit, dass die Abwägung von Vor- und Nachteilen sehr negativ ausfällt. Politische Mehrheiten in vielen Staaten, darunter den meisten europäischen, haben sich deshalb entschieden, Tabakkonsum und Werbung zurückzudrängen.

Das ärgert die Industrie. Es kostet sie Geld. Möglicherweise bedroht es ihre Existenz. Das ist der Preis von Gesundheitspolitik. Die individuelle Freiheit der Leute, die rauchen möchten, beschränkt das allerdings nicht. Kippen und E-Zigaretten kann man ja weiter kaufen. Die Welt wird nicht ärmer, wenn es keine Zigarettenwerbung mehr gibt.