Wirtschaft

Südwest Unternehmen zielen auf mehr Auslandsinvestitionen

Industrie rechnet mit Rekordjahr

Archivartikel

Stuttgart.Die Südwest-Industrie plant so viele Auslandsinvestitionen wie nie zuvor. Davon geht der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) aus – und beruft sich dabei auf eine deutschlandweite Befragung seiner Dachorganisation bei rund 5200 Unternehmen, darunter mehr als 1100 Firmen im Südwesten. Der BWIHK hat nun die Ergebnisse der Studie für den Südwesten ausgewertet. „Die baden-württembergische Industrie steuert auf ein Rekordjahr hin. So plant über die Hälfte der befragten Unternehmen dieses Jahr eine Steigerung ihrer Budgets für Auslandsinvestitionen“, erklärt BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke im Gespräch mit dieser Zeitung.

Hätten 2017 noch etwas mehr als 41 Prozent der Südwest-Firmen höhere Investitionen geplant, seien es aktuell schon knapp 51. Damit liegt die baden-württembergische Industrie auch klar vor dem bundesweiten Schnitt von 36 Prozent (2017: 33 Prozent). Bundesweit rechnet die Kammer durch das gesteigerte Engagement der deutschen Konzerne weltweit mit einem Plus von rund 200 000 Arbeitsplätzen. Zahlen für die Südwest-Firmen liegen hier nicht separat vor.

Niederlassungen vor Problemen

Die Unternehmen im Südwesten haben noch größeres Vertrauen in den nordamerikanischen Markt als der Bundesschnitt. „Anders als bundesweit ist Nordamerika ein Top-Investitionsstandort für baden-württembergische Industrieunternehmen. In der Branche wollen 58 Prozent der Befragten in Nordamerika investieren. Im Bundesschnitt wollen dies lediglich 35 Prozent tun“, so Grenke weiter.

Weiter sind die Eurozone und China die gefragtesten Regionen. Grenke befürchtet, dass es wegen des Handelsstreits zu Problemen für die baden-württembergischen Unternehmen kommt. Diese hätten dort tausende Niederlassungen. „Deshalb können wir bei einem weiteren Aufschaukeln des Konflikts nicht außen vor bleiben. Neue Zölle zwischen den beiden Märkten treffen damit unvermeidbar auch unsere Wirtschaft ins Mark“, sagt Grenke.