Wirtschaft

Maschinenbau Siemens-Gamesa übernimmt Großteil des europäischen Servicegeschäfts / 900 Jobs in Deutschland fallen weg

Insolvente Senvion wird zerstückelt

Archivartikel

Hamburg/Zamudio.Der Verkauf von Teilen des insolventen Windanlagenbauers Senvion an den deutsch-spanischen Konkurrenten Siemens Gamesa ist perfekt. Der Vertrag zur Übernahme wesentlicher Teile des europäischen Dienstleistungsgeschäfts für Windanlagen an Land sowie die Rotorblattfertigung im portugiesischen Vagos wurde unterzeichnet, teilten die Unternehmen mit. Den Preis bezifferte Siemens Gamesa auf 200 Millionen Euro.

Durch den Verkauf würden rund 2000 Arbeitsplätze gesichert, was 60 Prozent der Stellen bedeute, hieß es. In Deutschland fallen fast 900 der noch verbliebenen rund 1400 Arbeitsplätze weg.

Die IG Metall Küste begrüßte den Abschluss der Verhandlungen, der eigentlich bereits vor mehr als drei Wochen erwartet worden war. „Mit der Übernahme des Service-Geschäfts durch Siemens Gamesa zeichnet sich immerhin für etwa 500 Beschäftige in Deutschland eine langfristige Perspektive ab“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken.

Die tariflichen Arbeitsbedingungen blieben erhalten. „Trotzdem ist es schmerzhaft zu sehen, wie mit Senvion ein Pionier der Windkraftbranche mit eigener Produktion und Konstruktion in Deutschland vom Markt verschwindet und hunderte Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren.“

Verhandlungen mit Ländern

Bereits zum 1. Oktober sind 270 Senvion-Mitarbeiter in Transfergesellschaften gewechselt. Die Gewerkschaft erwartet, dass diese Lösung auch für etwa 600 weitere Beschäftigte ermöglicht wird, die in den nächsten Monaten von Kündigung bedroht sind. Das steht noch unter Finanzierungsvorbehalt. Sie werden mit Mitteln der Arbeitsagentur und des Unternehmens für neue Aufgaben in anderen Betrieben qualifiziert. Mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Kiel laufen Gespräche über mögliche weitere Mittel, damit die Transfergesellschaften länger als vier Monate arbeiten können.

Eine grundsätzliche Vereinbarung war bereits Mitte September getroffen worden, nun stimmte auch der Gläubigerausschuss von Senvion zu. Für einige Geschäftsbereiche, etwa für die Aktivitäten in Indien und das außereuropäische Service-Geschäft, laufen weitere Verhandlungen.

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